Corona

Auf der Suche nach den „Goldenen Momenten“

Die Aktion "Goldene Momente" soll in unsicheren Zeiten Hoffnung schenken. Bild: Elisabeth Mack

Mehr als 100 Interessierte teilen die kleinen, hoffnungsfrohen Erlebnisse des Alltags, um die Corona-Pandemie gemeinsam besser zu meistern.

Dem Ausnahmezustand, den das Corona-Virus mit sich gebracht hat, hat Gemeindereferentin Elisabeth Mack von der Kirchengemeinde Sankt Martinus in Waldenbuch eine ganz besondere Aktion entgegengestellt: die „Goldenen Momente“. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, was genau sich hinter diesem Projekt verbirgt und welche Erfahrungen sie damit gemacht hat.

Was verbirgt sich hinter den "Goldenen Momenten"?

Mack: „Bei den ‚Goldenen Momenten‘ geht es darum, gerade in der unsicheren und dunklen Zeit den Blick auf jene Momente zu richten, die uns froh machen und Hoffnung schenken. Und das ganz unabhängig davon, wie klein und unscheinbar diese Momente sein mögen. Vielleicht steckt dieser Moment in einer kleinen Überraschung oder einer ganz einfachen Begebenheit, die mich ermutigt hat. Vielleicht habe ich ganz besonders die Nähe von Gott und die Zuwendung eines anderen Menschen erlebt. Wir haben zunächst dazu aufgerufen, uns diese ‚Goldenen Momente‘ per Mail zu schildern und diese dann ab dem 22. März via Rundmail an die Interessierten versandt. Wer wollte, konnte die Momente der anderen nur lesen oder auch selbst seinen Moment besteuern.“

Wie kamen Sie auf die Idee zu dieser Aktion und welches Feedback haben Sie erhalten?

Mack: „Die Idee kam mir durch die Pastoral am Puls und konkret aus der Arbeit mit der Schriftrolle, die wir seit rund eineinhalb Jahren in unserem Kirchengemeinderat in Waldenbuch praktizieren. Nach 71 Tagen und unzähligen ‚Goldenen Momenten‘ oft auch mit Fotos und zeitweise bis zu 105 Personen im Mailverteiler haben wir die Aktion am vergangenen Pfingstsonntag vorerst abgeschlossen. Von Oberschwaben bis Koblenz, vom Schwarzwald bis zur Ostalb beteiligten sich Menschen verschiedener Konfessionen an der täglichen Mail durch Lesen und Schreiben der bunten Beiträge. Schon während der Aktion und vor allem jetzt am Ende gab es viele, sehr persönliche und durchweg positive Rückmeldungen. Für viele wurde das Lesen der ‚Goldenen Momente‘-Mail zum täglichen Ritual. Es entstand – trotz der Anonymisierung der Beiträge – eine wohltuende, unaufdringliche Verbundenheit.“

Was waren die schönsten "Goldenen Momente", die Ihnen zugeliefert wurden und können Sie sich vorstellen, die Aktion zu wiederholen?

Mack: „Jeder ‚Goldene Moment‘ hat seinen ganz eigenen Wert und es tat einfach gut, sich Tag für Tag, Abend für Abend beschenken zu lassen und sich zu erfreuen am Reichtum dieser Momente – gerade jetzt in dieser ungewissen Zeit. Übrigens gab es keinen Abend ohne ‚Goldene Momente‘. Eine Fortsetzung der Aktion, vielleicht im Advent oder in der Fastenzeit, ist nicht ausgeschlossen. Außerdem gilt die herzliche Einladung an alle, persönlich aufmerksam ‚Goldene Momente‘ zu entdecken, wahrzunehmen und auch mit anderen zu teilen. Das geht auch außerhalb unserer Rundmails, jeden Tag im Alltag.“