„Auf Jesus Christus hin unterwegs bleiben“

Die Pilgerroute beginnt am Freitag in der St.-Martins-Basilika in Weingarten und wird am Samstagabend in Kressbronn mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst beschlossen. Die Gläubigen aus der Region sind eingeladen, den Bischof auf dieser Wegstrecke des Jakobswegs zu begleiten.

Mit dieser letzten Etappe hat Bischof Fürst seine ganze Diözese als Jakobspilger in jeweils zweitägigen Wegstrecken zu Fuß durchmessen. Im Juli 2003 bracht er am nordöstlichen Rand der Diözese zu einer ersten Etappe auf, die ihn von Burgberg bei Crailsheim über Hohenberg nach Abtsgmünd führte. Im folgenden Jahr führte ihn von dort der Pilgerweg über Böbingen an der Rems nach Böhmenkirch (Kreis Göppingen). Ziel im Jahr 2005 war Temmenhausen im Alb-Donau-Kreis, und im Jahr 2006 schließlich kam der Weg der Jakobspilger mit dem Bischof westlich von Ulm in Erbach zum Abschluss, nicht ohne auch im Ulmer Münster zum Gebet eingekehrt zu sein.
Ab Juli 2007 führte der Jakobus-Weg den Bischof und die wie jedes Jahr zahlreichen mitpilgernden Gläubigen ins Oberschwäbische: zunächst von Erbach nach Schemmerberg (Kreis Biberach), im Jahr darauf von dort zu der weltbekannten Wallfahrtskirche in Steinhausen, und 2009 schließlich von Dominikus Zimmermanns Rokokokleinod aus ins „Schwäbische St. Peter“, die Abteikirche St. Martin in Weingarten.

Mit seiner Pilgerschaft durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Zeichen des Apostels Jakobus will Bischof Gebhard Fürst nach seinen eigenen Worten die Jakobswege als die „Geburtswege eines christlichen Europas“ noch bekannter machen, die für ihn „nicht einfach touristische Erlebnispfade sind“, sondern „Blutadern eines neuen, friedlichen Europa, das mehr ist als nur der Zusammenschluss von Geld, Wirtschaft und Finanzbeziehungen“. Zugleich ist die Pilgerschaft für Bischof Fürst auch Zeichen für eine Kirche, die nicht vollendet, sondern als „wanderndes Gottesvolk“ gemeinsam auf dem Weg ist und bleiben muss. Nicht der Weg sei das Ziel, wie immer wieder gesagt werde, so Bischof Fürst. Vielmehr habe der Weg der Kirche und der Christen ein Ziel, Jesus Christus, zu dem sie immer wieder aufbrechen müssten und dessen Leben und Botschaft sie zur Erneuerung auffordere.

Dr. Thomas Broch