Investitur

Aufbrechen im Vertrauen auf den Heiligen Geist

Nach seiner Einsetzung als Leitender Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Unteres Brenztal nahm Mathias Michaelis (vorne) vor der Kirche St. Vitus in Burgberg die Glück- und Segenswünsche von Dekan Prof. Dr. Sven van Meegen (links), weiteren Priesterkollegen und zahlreichen Gläubigen entgegen. Foto: Kraatz

Mit einem festlichen Gottesdienst ist Mathias Michaelis als Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Unteres Brenztal eingesetzt worden.

Die Investitur begann mit der offiziellen Verlesung des Ernennungsdekretes von Bischof Dr. Gebhard Fürst durch Dekan Prof. Dr. Sven van Meegen und dem Schwur des neuen Pfarrers, "seine" Seelsorgeeinheit gemäß des Rottenburger Modells zu führen und zu leiten. Dann wurden die zentralen liturgischen Orte der Kirche abgeschritten als "ausdeutende Zeichen" priesterlichen Handelns: Taufbecken, Altar und Ambo. Als Pfarrer Michaelis "seinen Platz", den Priestersitz, einnahm, war er auch ganz „sinnenhaftig“ in das Amt des Leitenden Pfarrers eingesetzt.

In seiner Predigt schlug Pfarrer Michaelis ganz den Ton des Rottenburger Modells an: Respektvoller Umgang miteinander auf allen und zwischen allen Ebenen. Jeder und jede sei nach seinen und ihren Möglichkeiten richtig an seinem Ort. Fehl am Platz seien Vergleiche und Bewertungen. Pfarrer sei man nicht für sich selbst, sondern für die anderen, für die Gemeinde. Dazu gehöre auch, dass man sich miteinander auseinandersetzt, diskutiert, Widerstände angeht und Konfliktfähigkeit erwirbt, dies alles immer auf dem Hintergrund des Evangeliums. Pfarrer Michaelis machte deutlich, dass er bereit sei zu lernen, Raum zu lassen für Zweifel und Fragen. Mit einem Bezug zu Alfred Delp mahnte er, dass das Schicksal der Kirche maßgeblich davon abhängt, welches Gesicht wir der Kirche geben bzw. ihr gegeben wird. Der neue Pfarrer schloss mit der Einladung und dem Appell, aufzubrechen im Vertrauen auf die Heilige Geistkraft Gottes.

In der folgenden Feier der Eucharistie wurden seine Worte schon einmal in wunderbarer Weise übersetzt: In einem gesungenen Hochgebet (der neue Pfarrer hat eine gute Stimme!), von der Orgel begleitet und bei gesprochenen Texten untermalt, erhielt die Feier ihre eigene Atmosphäre. Es war ein Zeugnis dafür, gewohnte Dinge einfach mal "anders" zu machen, ohne dass sie ihre Bedeutung und ihren Kern verlieren.

Grußworte der Gemeinden und der Kommunen, Geschenke und ein Stehempfang draußen rundeten diese eindrückliche Feier ab.