Aufbrechen, um für die Menschen da zu sein

Bei dem Festgottesdienst in Rottenburg bezeichnete er die traditionell an Fronleichnam stattfindende Prozession als „sinnenfälliges Zeichen“ dafür, dass Menschen sich von Gott rufen lassen und auf den Weg machen, „um Gottes Ruf an uns auf die Spur zu kommen“. „Wir machen uns mit Jesus Christus auf den Weg, damit wir unseren Weg im Leben finden“, sagte der Bischof. Dieser Weg sei eine „Geschichte gelebter Gefährtenschaft“ zwischen Gott und Mensch. Für Christen sei diese Gefährtenschaft „kein Thema für Egoisten und Einzelgänger“, betonte Bischof Fürst. Sie bedeute vielmehr eine Einladung in die Gemeinschaft der Glaubenden und einen Aufruf, die eigenen Begabungen in den Dienst der Menschen zu stellen. In den Priester- und Ordensberufen werde die grundsätzliche Berufung jedes Christen sichtbar. Dies gelte auch für die vielfältigen haupt- und ehrenamtlichen pastoralen, sozial-caritativen oder pädagogischen Diensten der Kirche. „Gott ruft jeden“, sagte der Bischof, „aber jeden mit einer anderen Stimme.“ Wichtig seien Menschen, „die aufzubrechen bereit sind, Menschen, die aus den christlichen Wurzeln ihrer Lebensgestaltung keinen Hehl machen“, betonte Bischof Fürst.

 

Mit dem Gang durch die Straßen der Stadt machten die Christen ihren Glauben an Jesus Christus öffentlich, sagte der Rottenburger Bischof. Im Mittelpunkt des Fronleichnamsfestes stehe das Gedächtnis an Tod und Auferstehung Jesu, „an die verwandelnde Kraft der Hingabe für alle Menschen“. In der Mitte stehe „ein zerbrechliches Stückchen Brot“, sagte Bischof Fürst unter Hinweis auf die Hostie, die in einer Monstranz bei der Prozession mitgeführt wird. Es sei für katholische Christen Zeichen für die Gegenwart Christi und für sein Leben, „das er gerne mit anderen teilte“. „Es ist Brot, das die Welt verwandelt“, betonte der Bischof. In ihm verschenke sich Christus an die Menschen als eine Kraft des Lebens, „damit sie selbst wieder geben und schenken können“. Mit der Fronleichnams-Prozession, so Bischof Fürst, komme zum Ausdruck: „Mit ihm gehen wir hinaus auf die Straßen, um die Welt zu verwandeln und zu heiligen, um uns zu unserem Glauben zu bekennen.“