„Aufopferungsvoller Seelsorger“

Erzbischof Oskar Saier habe ihn im Jahr 2000 zum Bischof geweiht und ihn in der Anfangsphase seiner neuen Aufgabe in mitbrüderlicher Sensibilität unterstützt. Dadurch sei eine persönliche Verbundenheit entstanden, die Saiers Tod für ihn schmerzlich mache, sagte Bischof Fürst.

In seiner Amtszeit von 1978 bis 2002 habe Saier als Oberhirte der badischen Erzdiözese in zurückhaltender Art wichtige pastorale Akzente gesetzt, sagte der Bischof der Nachbardiözese Rottenburg-Stuttgart am 4. Januar in Rottenburg. So habe Erzbischof Saier etwa durch seine 1989 begonnene pastorale Initiative „Miteinander Kirche sein für die Welt von heute“ und das daraus folgende Diözesanforum zu Beginn der 90er Jahre sowie durch den Diözesantag aller Räte des Erzbistums im Jahr 1997 die weltoffene und dialogorientierte Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils konsequent und systematisch umgesetzt. „Oskar Saier war ein überzeugender Bischof im Geist des Konzils“, betonte Bischof Fürst.

Schmerzlich sei es für Erzbischof Saier gewesen, dass es aufgrund der gemeinsam mit den Nachbarbischöfen Walter Kasper und Karl Lehmann in seelsorgerlicher Verantwortung unternommenen Initiative zur Pastoral mit Geschiedenen und Wiederverheirateten zum Konflikt mit der römischen Glaubenskongregation gekommen sei. „Wir dürfen Erzbischof Saier dafür danken, dass er schwierigen Gratwanderungen im Interesse der Seelsorge für die Menschen nicht auswich“, so Bischof Fürst.

Seine Kompetenzen in Fragen der Seelsorge konnte Erzbischof Saier auch als Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz einbringen, wie Bischof Fürst betonte. Fast 20 Jahre lang habe sich der Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz in dieser Kommission für eine möglichst lebensnahe Seelsorge eingesetzt, bevor er 1998 den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste. Seinem Bischofsmotto „In vinculo communionis – im Band der Gemeinschaft“ sei der auf einem Bauernhof nahe Freiburg geborene und aufgewachsene Oskar Saier treu und beharrlich gefolgt, so Bischof Fürst. Dabei habe der Erzbischof dieses Band Grenzen überschreitend weit gefasst. Dies zeige sich in dem Engagement, das Oskar Saier über viele Jahre für die Partnerschaft der badischen Erzdiözese mit der Kirche in Peru eingebracht habe.