Aufruf der Bischöfe zur Bundestagswahl

An erster Stelle nennen die Bischöfe das Problem der Arbeitslosigkeit. Die Politik müsse die Wirtschaft und die Reformen des Steuersystems, des Arbeitsmarkts und der sozialen Sicherungssysteme so nachhaltig betreiben, dass Arbeitsplätze erhalten und neue entstehen könnten. An zweiter Stelle nennen die Bischöfe die Erneuerung der sozialen Sicherungssysteme. Der moderne Sozialstaat müsse auch zukünftig die Solidarität mit den Schwachen gewährleisten.

Die Bischöfe erinnern an die demografischen Probleme im Land. "Wir brauchen Mut zur Zukunft mit Kindern. Deutschland braucht eine Gesellschaft, die Freude an Kindern hat".
Die Bischöfe lehnen mit dem Grundgesetz die Gleichstellung alternativer Lebensformen mit Ehe und Familie ab. Eine zentrale Aufgabe der Politik müsse es sein, "die strukturelle Rücksichtslosigkeit der Gesellschaft gegenüber Familien" zu bekämpfen. Sowohl beim Verbrauch der natürlichen Ressourcen, als auch bei der Staatsverschuldung lebe unsere Gesellschaft auf Kosten der nächsten. Die Bischöfe fordern die Politiker auf, die Generationen zu berücksichtigen, die sich noch kein Gehör verschaffen können. Sie fordern "Gerechtigkeit zwischen den Generationen".

Der Lebensschutz ist den Bischöfen ein weiteres Anliegen. Egal, ob ein Mensch schwach, krank, behindert oder ungeboren ist, es ist die Pflicht der Politik, den Schutz des Lebens zu gewährleisten. Das gelte für die Biomedizin genauso wie für die Gentechnik. In ihrem letzten Punkt erinnern die Bischöfe an die Verantwortung für andere Länder, den Aufbau eines solidarischen Europas, weltweite Gerechtigkeit und den Kampf gegen die Not in der Welt.

Den genannten Herausforderungen müssten sich die Parteien stellen, daran müssten die Wähler/-innen ihre Politik messen, so die Bischöfe in ihrem Schreiben.