Aus Nähe zum Menschen handeln - ein Gegenmodell zum Diktat des Ökonomischen

Dazu zählten etwa die Wunden der Einsamkeit und Verlassenheit, aber auch der Obdachlosigkeit und vielfältig begründeten Unbehaustheit. Auch Unglücksfälle oder Amokläufe hätten Wunden geschlagen. Nicht zuletzt seien die Wunden zu nennen, die durch Alter, Behinderung oder auf dem Weg des Sterbens entstehen, sagte Bischof Fürst. „Grundmuster der heilsamen Hilfe“ sei die Einsicht, dass die Nähe zähle; dass Menschen bereit seien, anderen die Hand zu reichen und ein rettendes Netz zu knüpfen, wenn Menschen endlos abzustürzen drohten.

Allerdings, so der Bischof, zählten häufig ganz andere Werte in der Gesellschaft. So bestimme oft das „Grundmuster einer zunehmenden Ökonomisierung den Zeittakt der Zuwendung“. Nicht die Nähe zähle dann, sondern die Frage, ob es sich rechne, ob die Kalkulationen stimmten und ob es sich lohne, sich auch da noch einzusetzen, „wo es augenscheinlich doch nichts bringt“.

Gerade am Lebensbeginn und am Lebensende befänden sich die Grundwerte der Gesellschaft immer stärker auf einer abschüssigen Ebene, beklagte Bischof Fürst. Weil der Pflegeplatz im Heim das ganze Erbe zu verschlingen drohe, werde die Fahrt ins benachbarte Ausland, wo aktive Sterbehilfe angeboten werde, zur erwägenswerten Alternative. Oft löse der Anblick behinderter Kinder und ihrer Eltern auf der Straße Bedauern und Kopfschütteln aus, weil angeblich „so etwas heute doch wirklich nicht mehr sein müsste“.

„Aus innerster Rückbindung an Gott selbst und im Vertrauen auf ihn handeln die Malteser zum Heil der Menschen in Not, in welcher Not auch immer“, betonte der Bischof in seinem Dank für das Wirken des Caritas-Fachverbands. Durch ihren Dienst machten die Malteser die Zuwendung Gottes zu den Menschen erfahrbar, der die Nähe der Menschen suche und ihnen bedingungslos nahe sein wolle, so Bischof Fürst.