Ausgezeichnet im Geist des Diözesanpatrons

Rottenburg. 10. November 2013. Für ihr Engagement in Kirche und Gesellschaft hat Bischof Gebhard Fürst am heutigen Sonntag zwölf Frauen und Männer aus der Diözese mit der Martinusmedaille geehrt. Seit dem Jahr 1976 wird die Medaille jährlich an außergewöhnlich engagierte Persönlichkeiten verliehen. Die Medaille wurde den Geehrten bei einem Empfang im Rottenburger Bischofshaus überreicht. In diesem Jahr wurden ausgezeichnet:

Heide Adams (69) engagiert sich seit rund zwei Jahrzehnten auf vielfältige Weise in der Gemeindearbeit in St. Johannes Evangelist in Warthausen, Dekanat Biberach. Besonders am Herzen liegt ihr dabei die Erstkommunionvorbereitung, unter anderem hält sie seit 18 Jahren Vater-Unser-Seminare für Erstkommunion-Eltern. Die langjährige Kirchengemeinderätin arbeitet außerdem seit knapp 20 Jahren in der Cursillobewegung mit und engagiert sich als Lektorin, Kommunionhelferin sowie als Leiterin von Wort-Gottes-Feiern.

Marianne Brose (74) ist seit 40 Jahren Lektorin in der Kirchengemeinde St. Maria in Ditzingen; genau so lange engagiert sich die Kirchengemeinderätin im Ökumenischen Ausschuss. In ihrer Verantwortung liegt die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde sowie die Erstellung der Gemeindechronik. Seit mehr als 50 Jahren gehört Marianne Brose dem Cäcilienverband an und ist darüber hinaus aktiv in mehreren Chören. Als Mittlerin und Brückenbauerin zur Stadt Ditzingen ist der Geschäftsfrau das gute Miteinander von Kirchengemeinde und Stadt maßgeblich zu verdanken.

Maria Grill (78) ist seit vielen Jahren im engagierten Einsatz für ältere und bedürftige Menschen in Ditzingen. So besucht die ehemalige Pfarramtssekretärin von St. Maria beispielsweise jeden Abend Mitbürgerinnen und Mitbürger im Altenheim. Seit zwanzig Jahren kümmert sich Maria Grill um das Projekt „Kleiderkammer“ der Kirchengemeinde; dort können Bedürftige günstig Kleidung erwerben. Im Altenclub organisiert die 78-jährige die monatlichen Kaffeenachmittage und die jährlichen Ausfahrten.

Ingrid Korn (61) lebt seit kurzem in der Gemeinde St. Elisabeth in Ulm und engagierte sich zuvor viele Jahre in der Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung in Blaubeuren. Dort war die Kirchengemeinderätin unter anderem Kommunionhelferin, Vorsitzende des Orgelbaufördervereins und vielfältig engagiert in Ausschüssen und Arbeitskreisen. Über viele Jahre hinweg übernahm sie darüber hinaus Verantwortung als Elternbeirätin in Kindergarten und Schule. Seit 1999 unterstützt sie als Sterbebegleiterin die Arbeit des Hospizes Blaubeuren-Laichingen.

Margarita Lips (75) hat sich beruflich wie privat der Seelsorge und Katechese verschrieben. Bis 1998 war die Religionslehrerin aus Amrichshausen, Dekanat Hohenlohe, im kirchlichen Dienst bevor ihr Engagement seither ganz der Not benachteiligter Kinder in Indien gilt: Mit ihrem im Jahr 2004 gegründeten „Verein Behindertenschule am Himalaya“ sammelte sie bislang über 40.000 Euro Spendengelder und ermöglichte damit den Bau einer Schule und eines Waisenhauses, sowie eines Stalles und den Aufbau einer Milchviehwirtschaft. In diesem Zentrum werden Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet und von Ordensschwestern und Patres betreut. Dem Engagement von Margarita Lips ist außerdem die Förderung des Projekts durch das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ zu verdanken.

Maria (82) und Franz (85) Rehm waren 1965 an der Gründung der KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) beteiligt und engagieren sich außerdem seit Jahrzehenten in ihrer Kirchengemeinde St. Cyriak in Ulm-Eggingen auf vielfältige Weise für die Missionsarbeit. So ist das Ehepaar zum einen seit 22 Jahren im Vorstand der „Aktion Hoffnung“ (Sammlung von gebrauchten Textilien und Schuhen, dessen Erlös Projekten in Entwicklungsländern zugute kommt) und unterstützt zum anderen mit der Organisation und dem Erlös von Vorträgen, Filmen, Tombolas oder Theaterprojekten unterschiedlichste Missionsprojekte und fördert die Begegnung mit Missionaren.

Edmund Röhrle (80) war und ist eine wichtige Säule im Gemeindeleben von St. Peter und Paul in Niederstotzingen sowie für das ganze Dekanat Heidenheim. Während seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Kirchengemeinderat engagierte er sich beispielsweise beim Bau des neuen Gemeindehauses und bei der Kirchenrenovierung. Auch die Kommunion- und Firmkatechese sowie die überregionale Seniorenarbeit tragen seine Handschrift. Röhrle ist außerdem seit 45 Jahren Vorsitzender des Pflegevereins und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass daraus heute die Ökumenische Sozialstation entstanden ist.

Manfred Schnek (87) war mit großem Einsatz am Aufbau der Gemeinde St. Michael in Remshalden beteiligt. Dazu zählte in den 70er Jahren unter anderem sein Engagement bei der Gründung von Familien- und Frauenkreis, die Gründung der KJG sowie der Nachbarschaftshilfe. Bei allen Bau- und Renovierungsarbeiten brachte Schnek sein Expertenwissen als Ingenieur und Regierungsbaumeister ein und übernahm ohne Honorar die Bauleitung für unzählige Projekte. Insgesamt 20 Jahre war er Mitglied des Kirchengemeinderats, davon 15 Jahre als zweiter Vorsitzender.

Heinrich Ungerer (79) gehört zu den Gemeindemitgliedern der ersten Stunde in St. Maria in Ditzingen. Er ist seit 1968 Mitglied im Kirchengemeinderat - bis zum heutigen Tag; zwei Jahrzehnte engagierte er sich als zweiter Vorsitzender. Seit es in der Diözese Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern gibt, gehört Ungerer dazu. Er ist nicht nur als Förderer der Kirchenmusik und Kuchenbäcker in St. Maria bekannt; als Mitbegründer und Leiter der Nachmittage für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige setzt er sich seit vielen Jahren für ein gemeinsames Miteinander ein.

Anton Weiß (76) war bereits 1954, damals 17-jährig, als Jugendgruppenleiter des Kirchchores in Wetzgau, Dekanat Ostalb, aktiv. Bis heute gilt seine Leidenschaft der Chormusik: dem Chor in St. Koloman stand er 37 Jahre vor, seit 1960 ist er aktiver Sänger, seit den 80er Jahren gehört er dem Förderkreis zur Finanzierung einer neuen Orgel an. Für die Kirchengemeinde St. Maria in Wetzgau-Rehnenhof ist er seit 27 Jahren im Kirchengemeinderat, in dieser Zeit war er fast zwei Jahrzehnte Leiter des Liturgieausschusses. Seine Kreativität und sein Geschick bringt der Sonderpädagoge und Modellschreiner seit vielen Jahren beim Kirchenschmuck sowie an Fronleichnam ein, ebenso beim Krippenbau und bei der Gestaltung des Eine-Welt-Markts.

Erwin Weiss (74) hat sich über Jahrzehnte hinweg für die Förderung des Dialogs zwischen Kirche und Arbeitswelt eingesetzt. Weiss, aus der Gemeinde St. Petrus und Paulus in Berg, Dekanat Allgäu-Oberschwaben, ist seit über 40 Jahren Mitglied der KAB und war während seiner Berufstätigkeit viele Jahre Betriebsrat bei der damaligen Firma Müller-Weingarten. In dieser Funktion unterstützte er nicht nur von Anfang an die Betriebsseelsorge Ravensburg, sondern begleitete auch viele Betriebsangehörige bei persönlichen Problemen. In seiner 20-jährigen Zeit als Vorsitzender des KAB-Bezirks Bodensee entstand die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit der internationalen KAB-Region-Bodensee.

Manuela Pfann