Auslese mit Ziel „Designer-Mensch“

Sollte dieser von einer Konstanzer Firma entwickelte „Praena-Test“ auf Trisomie 21 (Down-Syndrom) sich durchsetzen, dann werde die Schwelle vor gezielter Aussonderung unerwünschter Menschen massiv gesenkt, betonte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der auch Vorsitzender der Kommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Mittwoch in einer Stellungnahme. „Dieser Test verkürzt drastisch den Weg zur systematischen vorgeburtlichen Selektion in der irrigen Annahme, Designer-Menschen zum Standard zu erheben.“

Bereits jetzt haben laut Bischof Fürst pränatale Diagnosemethoden zur Folge, dass möglicherweise behinderte Kinder systematisch abgetrieben werden. Nach Statistiken hätten neun von zehn embryonalen Menschen mit wahrscheinlicher Trisomie 21 dieses Schicksal. Der im Unterschied zu einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) leicht anzuwendende Bluttest werde den Druck auf schwangere Frauen erhöhen, sagte der Bischof. Auch gegenüber Menschen mit Behinderungen bedeute er eine große seelische Belastung, weil sie sich durch solche Maßnahmen noch stärker ausgegrenzt fühlen müssten.

Bischof Fürst dankte jenen Politikern und Rechtsexperten ausdrücklich, die sich früh gegen diesen Test aussprachen. Wachsamkeit sei verstärkt geboten. Die sich abzeichnenden Möglichkeiten der Pränataldiagnostik und der Genanalyse würden die Gesellschaft vor ethisch kaum zu bewältigende Probleme stellen. „Es ist eine reale Gefahr, dass genetisch als nicht genügend eingestufte Menschen bereits im Mutterleib ausgesondert werden, und dass das Schuldbewusstsein dafür nach und nach verdunstet.“