Begegnung mit Menschen in einem gezeichneten Land

Sie bereisen das ostafrikanische Land mit der Fragestellung, welche Überlebensmöglichkeiten, welche Ausbildungs- und Erwerbschancen die Menschen in einem Land haben, das von wachsender Armut, von Dürre und Hunger, von ethnischen Spannungen, einem krassen Wohlstandgefälle, von Kriminalität und weit verbreiteter Korruption gezeichnet ist. Besonders schwierig sind die Lebensbedingungen im ländlichen Raum und in den Slums der Großstädte. Die Delegation aus Rottenburg wird sich in zehn Diözesen der Kirchenprovinzen Nairobi und Kisumi außerdem damit befassen, was die örtlichen Kirchen an Hilfen und Auswegen anbieten können und welche Möglichkeiten der partnerschaftlichen Unterstützung durch die schwäbische Diözese bestehen.

Besuche und fachlicher Austausch mit kenianischen Bischöfen und Ordensleuten stehen auf dem Programm, ebenso die Evaluierung bzw. Sondierung von Projekten, die mit finanzieller Hilfe der Diözese im Süden und Südwesten des Landes bereits realisiert werden konnten oder noch in Angriff genommen werden sollen.

Derzeit unterhält die Diözese Rottenburg-Stuttgart zu 23 der insgesamt 26 Diözesen Kenias partnerschaftliche Beziehungen, in deren Verlauf mehr als 900 Projekte mit Zuschüssen von rund 6,4 Millionen Euro unterstützt werden konnten. Den auf dem Reiseprogramm stehenden Erzdiözesen Nairobi und Kisumu sowie den Diozesen Eldoret, Homa Bay, Kakamega, Kericho, Kisii, Machakos, Nakuru und Ngong wurde im zurückliegenden Jahrzehnt mit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro geholfen.

Die Kontakte der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu den kenianischen Schwesterkirchen reichen zurück bis in Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Bereits 1965 wurden Vorhaben von Ordensleuten in Kisumu und Eldoret gefördert. Bischof Carl Joseph Leiprecht bereiste im Jahr 1969 Kenia und weihte in Homa Bay am Viktoriasee eine mit Rottenburger Hilfe gebaute Pfarrkirche ein, die heute der erst 1993 gegründeten Diözese Homa Bay als Kathedrale dient.

Die Rottenburger Delegation wird am Montag, 24. Oktober, zurück erwartet. Aktuelle Berichte und Bilder sind bereits während der Reise im Internet unter www.drs.de abrufbar.