Beispielhafte Arbeit unter hohem persönlichem Risiko

Beim Ökumenischen Empfang der Kirchen anlässlich der „59. Internationalen Filmfestspiele Berlin“ ging der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntagabend, 8. Februar, auf die Filmkultur vor dem Fall der Mauer und auf die Bedeutung der Wende für die Kulturschaffenden ein.

In der damaligen DDR, so Bischof Fürst, habe es eine kirchliche Filmarbeit gegeben, die ebenso wichtig gewesen sei wie die entsprechenden Aktivitäten im Westen. Zwischen der „Filmmission“ der evangelischen Kirche und den Filmbesprechungen der Kirchlichen Hauptstelle für Film und Laienspiel auf katholischer Seite habe es einen beispielhaften ökumenischen Zusammenhalt gegeben. Der Medienbischof erinnerte daran, dass die kirchliche Filmarbeit damals mit hohen persönlichen Risiken verbunden gewesen sei und teilweise im Verborgenen erfolgen musste. Bespitzelungen durch staatliche Organe seien ebenso an der Tagesordnung gewesen wie „die Suche nach heimlichen Wegen, um Rezensionen und Filme zu verbreiten“, erklärte Bischof Fürst. So habe etwa Helmut Morsbach, der heute als Vorstand der DEFA-Stiftung das filmkulturelle Erbe der DDR verwalte, als Mitarbeiter im damaligen Staatlichen Filmarchiv seine Tätigkeit als katholischer Filmkritiker geheim halten müssen. Der Mut und das Engagement solcher Persönlichkeiten verdiene auch heute noch Dank. Ebenso sei es begrüßenswert, dass der Geist kirchlicher Filmarbeit in der heutigen DEFA-Stiftung nachwirke.