Bereitschaft für Kinder fördern

Bischof Fürst mahnt einen gesellschaftlichen Mentalitätswechsel an. Kinder bräuchten unbedingte Offenheit auf eine von Gott geschenkte Zukunft hin. Solche weihnachtliche Offenheit drücke das schutzlose Kind in der Krippe aus, das die Eltern Maria und Josef bedingungslos und liebevoll in der damals für sie sehr schwierigen Situation als Flüchtlinge in einer ärmlichen Herberge angenommen hätten.

„Kinder sind ein unschätzbare Gut“, betont Bischof Fürst. Offenheit und Maß der Zuwendung ihnen gegenüber dürfe nicht mit Rentenformeln und anderen ökonomischen Kalkulationen bemessen werden. „Kinder bedeuten Risiko, Kosten und hohe Verantwortung“, unterstreicht der Bischof, „sie sind aber viel mehr Zeichen der Hoffnung, geben bei aller Belastung Sinn und Erfüllung“. Wer Kinder grundsätzlich aus seinem Leben ausschließe, laufe Gefahr, sich in vordergründigen Eigeninteressen zu verlieren. Bischof Fürst mahnt Politik und Wirtschaft an, alle gebotenen Kräfte für ein gedeihliches Leben von Familien mit Kindern einzusetzen. „Wir brauchen keine wirtschaftsfreundlichen Familien, sondern eine familienfreundliche Wirtschaft.“ Auch die Kirchengemeinden ermutigt er, etwa mit dem Unterhalt von Kindergärten und Familienzentren Zeichen der Zukunft und der Hoffnung zu setzen.

Als alarmierend bezeichnet der Rottenburger Bischof neue Erhebungen, nach denen Deutschland mit statistisch 1,4 Kindern pro Frau zu den zehn Ländern in Europa mit den geringsten Geburtenraten zählt. „Wollen wir wirklich, dass unsere Gesellschaft immer älter wird?“, fragt der Bischof. Er wünsche sich ein gesellschaftliches Klima, in dem Kinder wachsen und gedeihen können und sie auf breiter Basis willkommen sind. Die Weihnachtsgeschichte, die von Gottes Eingreifen in die Welt in Gestalt eines Kindes erzählt, könne dafür heilsames Leitbild sein.

Hinweis: Ein Video mit der Predigt von Bischof Fürst im Rottenburger Dom St. Martin steht am 1. Weihnachtsfeiertag ab 15 Uhr online auf www.drs.de zur Verfügung.