Berufung setzt Zeit des Schweigens und Hörens voraus

Der Gottesdienst bildete den Abschluss der ganztägigen Veranstaltung, in der sich Ordenschwestern und –geistliche in theologischen Vorträgen, persönlichen Erfahrungsberichten und Gesprächen mit dem Thema „Berufung“ und damit auch mit Grundfragen ihrer eigenen Lebensgeschichte auseinander gesetzt hatten. Der Ordenstag griff damit den Leitgedanken des „Jahres der Berufung“ auf, das die Diözese in diesem Jahr in besonderer Weise begeht.

Berufung durch Gott könne „schlicht, unauffällig und unspektakulär“ erfolgen, betonte der Bischof. Sie bedeute aber stets eine „vertrauende Beziehung“, die dem „Urbedürfnis der Menschen nach Gewissheit, nach Orientierung, nach guter Leitung und solidarischer Gemeinschaft“ gerecht werde. Sie bedeute für den einzelnen Menschen die Zusage: „Du bist einzigartig“, aber auch: „Es ist für dich gesorgt, du bist gehalten und geborgen“, sagte Bischof Fürst.

Diesen Ruf wahrzunehmen, setze „offene, hörbereite Ohren des Herzens“ voraus, ebenso aber auch die Bereitschaft zum „Schweigen und Zuhören“. „Schweigen ist äußere und innere Ruhe“, betonte der Bischof. Man brauche dafür viel Zeit, „denn wirkliches Zuhören ist viel anstrengender als Sprechen“. Diese Zeit, so Bischof Fürst, „gibt mir keiner, sie ist mir längst geschenkt“. Aber man müsse solche Zeiten des Schweigens und Hörens fest einplanen und einhalten. In manchen solcher Zeiten „kann unser Geist dann Gottes Botschaften empfangen, Gottes Ruf vernehmen“, sagte der Rottenburger Bischof.