Besonders um die Kirche verdient gemacht

Die geehrten Persönlichkeiten aus dem Raum der Diözese Rottenburg-Stuttgart nahmen die Ehrenzeichen in der Akademie der Diözese im Rahmen einer Feierstunde in Empfang.

Das Ehrenzeichen pro ecclesia et pontifice erhielt Lydia Bielzer (85). Die in Stuttgart wohnende Fachfrau für Sozialfragen arbeitete von 1962 bis zu ihrem Ruhestand im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart und engagierte sich in zahlreichen Gremien kirchlicher und sozialer Träger. Besonders verdient machte sie sich um die Weiterentwicklung der Sozial- und Familienhilfe auf Diözesan-, Landes und Bundesebene wie auch um die systematische Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. 1976 erhielt Lydia Bielzer die Martinusmedaille der Diözese und 1976 das Bundesverdienstkreuz.

Die Ritterwürde des Ordens vom Heiligen Papst Silvester übergab Bischof Fürst an Karl-Heinz Grass (72). Der in Stuttgart lebende Finanzfachmann leitete eine Steuerberaterkanzlei und saß 18 Jahre als Mitglied des Gesamtkirchengemeinderats im Verwaltungs- und Bauausschuss. Besonderes Engagement entfaltete Grass im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Mit seiner Unterstützung wurde 2009 eine Stiftung der Deutschen Statthalterei errichtet, um Hilfsgelder für das Heilige Land zu sammeln. Der Lateinische Patriarch zeichnete Karl-Heinz Grass im Jahr 2000 mit der „Goldenen Palme von Jerusalem“ aus.

Die in Wernau/Neckar lebende Antonie Hanninger (84), erhielt das Ehrenzeichen „pro ecclesia et pontifice“ für ihr intensives interkulturelles Engagement. Weitgehend verzichtete sie dafür auf eine Erwerbstätigkeit. 1973 initiierte Antonie Hanninger, eingebunden in ihrer Gemeinde St. Erasmus und in die Gesamtkirchengemeinde, eine Wernauer Arbeitsgemeinschaft „Sprachhilfe für ausländische Kinder“. Über 4.000 Kinder mit Migrationshintergrund konnten dadurch Deutschunterricht bekommen. Zudem förderte die Arbeitsgemeinschaft die Verständigung zwischen deutschen und türkischen Mitbürgern in Wernau.

Die Komturwürde des Ordens vom Heiligen Papst Silvester erhielt der in Stuttgart wohnende und aus Rottenburg/Neckar stammende Dieter Planck (68). Von 1979 bis 1994 leitete er das Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg, von 1992 an als Direktor das neu gegründete Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen, Vorträge und Sonderausstellungen lagen in seiner Verantwortung. Der Papst ehrte den evangelischen Christen Planck, weil dieser sich sehr für die württembergische Diözese eingesetzt habe. Die Pflege vieler Kulturdenkmäler und Kirchen liegt und lag dem Professor am Herzen. Unermüdlich setzt er sich für deren Erhalt und Sicherung ein.

Die in Stuttgart lebende Sängerin Irmgard Stadler (76) darf sich Dame vom Orden des Heiligen Papstes Silvester nennen. Bischof Fürst überreichte die päpstliche Auszeichnung für das Engagement der berühmten Kammersängerin in der Stuttgarter Gemeinde St. Konrad. Irmgard Stadler war eines der renommiertesten Mitglieder der Stuttgarter Staatsoper und fühlte sich stets der Kirchenmusik verpflichtet. Mit ihrem großen Können, ihrer Autorität und viel Zeitaufwand begann sie, in ihrer Gemeinde Ministrantinnen und Ministranten für den Kantorendienst auszubilden. Dabei geht es Irmgard Stadler nicht nur um schönen Gesang allein, sondern um Vermittlung von Gottes Wort durch Musik. So konnte sie viele Kinder und Jugendliche für Tiefe und Echtheit des christlichen Glaubens begeistern.

Uwe Renz