Bestand und Dynamik gleichermaßen sicherstellen

In dieser neu gegründeten kirchlichen Stiftung des öffentlichen Rechts geht die traditionsreiche Stiftung „Elisabethenpflege“ auf. Die neue Stiftung wird Trägerin der Katholischen Freien Vinzenz-von-Paul-Schule Schönebürg, einer Sonderschule für Erziehungshilfe. Künftig tragen die neue Stiftung, ein Förderverein und das Kollegium die Vinzenz-von-Paul-Schule in finanzieller und pädagogischer Hinsicht.

Der Schönebürger Pfarrer Martin Ziellenbach ist kraft Amtes Mitglied des Stiftungsrats. Auch der Landkreis Biberach hat darin einen festen Sitz. Vom Bischof in den Rat berufen sind außerdem der ehemalige Bürgermeister von Ochsenhausen, Max Herold, der Dekan des Dekanats Biberach, Pfarrer Sigmund Schänzle, und der Diplom-Religionspädagoge Thomas Weiß. Den Vorstand der Stiftung bilden Sonderschulrektor Artur Hegenauer, Leiter der Vinzenz-von-Paul-Schule, und Franz Auer, der von der über einhundert Jahre alten Vorgängerstiftung in die neue Stiftung gekommen ist.

In den letzten sieben Jahren hat Bischof Gebhard Fürst im Bereich der Katholischen Freien Schulen der Diözese Rottenburg-Stuttgart sieben örtliche Schulstiftungen errichtet. Die Gründe dafür waren bisher sehr unterschiedlich: Ordensgemeinschaften zogen sich aus einer Schulträgerschaft zurück, Trägervereine gaben ihre Schulen in eine neue Trägerstruktur oder die diözesane Schulstiftung entließ Schulen aus ihrer eigenen Trägerschaft in eine örtliche Ausgründung.

Schönebürg stellt dem gegenüber eine neue Variante dar: Die Schulstiftung „Stiftung Elisabethenpflege Schönebürg“ tritt gleichsam das große Erbe einer seit weit über 100 Jahre bestehenden Stiftung an, die in dieser neuen Stiftung aufgeht; ihre Gründung stellt eine Antwort auf künftige Herausforderungen für die Sonderschule der Erziehungshilfe dar.

Das Stiftungswesen hat derzeit in Deutschland Konjunktur. Die Zahl der neu gegründeten Stiftungen ist in den letzten Jahren in die Hunderte gegangen. Im Gesamt dieses Stiftungspools bilden die Schulstiftungen eine große eigene Gruppe.

Das „Institut Stiftung“ ist eine auf Dauer („auf ewig“) angelegte, durch Stabilität gekennzeichnete Größe, die sichern und bewahren soll. Die schnelle Veränderung ist ihr fremd. Sie entfaltet oft über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg ihre Wirkung – und dies in zweifacher Hinsicht. Zum einen definiert, sichert und bewahrt sie die Intention der Stiftung, also den Stiftungszweck – in diesem Falle die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Katholischen Vinzenz-von-Paul-Schule. Zum anderen sichert sie durch den Aufbau eines Stiftungskapitals über einen langen Zeitraum hinweg die finanziellen Grundlagen des Stiftungszweckes, ist also im aktuellen Fall Garant dafür, dass die Vinzenz-von-Paul-Schule auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überleben und ihrem pädagogischen und pastoralen Auftrag nachkommen kann.

Schule, Erziehung und Bildung sind aber ebenso gekennzeichnet von Dynamik, Bewegung, Veränderung, denn sie haben es mit Menschen zu tun, die in einer sich ständig verändernden Welt leben. Deshalb muss neben die Stabilität die Mobilität und Kreativität treten. Diese wichtigen dynamischen Elemente sind an der Vinzenz-von-Paul-Schule in einem qualifizierten und motivierten Kollegium gegeben, in dem hohe sonderpädagogische und sozialpädagogische Kompetenz Hand in Hand gehen.