Bilder von Hass und Gewalt dürfen Blick nicht verstellen

Rottenburg/Stuttgart. 8. Januar 2015. Das von islamistischen Terroristen in Paris verübte Massaker auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ darf nach Überzeugung von Bischof Gebhard Fürst das wohlwollende Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Deutschland nicht gefährden.

Der Anschlag am Mittwoch mit zwölf Toten sei offensichtlich von Gewalttätern begangen worden, die sich verblendet und irregeleitet auf den Islam und dessen Propheten Mohammed beriefen, teilte Bischof Fürst am Donnerstag mit. Fehlgeleitete Interpretationen des Islam und durch sie legitimierte Gewalt würden weltweit zu Recht auch von muslimischen Autoritäten verurteilt. „Bilder von Hass und Gewalt dürfen unseren Blick auf diese Religion nicht leiten, sie haben mit Glauben an Gott nichts zu tun.“

Dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, stimmte der Bischof zu. Tatsächlich sei es der perfide Plan von Terroristen, Zwietracht zu säen zwischen den Religionen. Auch die muslimischen Gläubigen seien Opfer dieser Tat, bestätigte der Bischof den Zentralrats-Vorsitzenden. Bischof Fürst rief Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auf, in Deutschland die Integration von Muslimen zu fördern und den Dialog mit ihnen mit Wertschätzung und Offenheit zu stärken. Im kommenden Mai lädt er zum zehnten Mal seit 2005 Vertreter muslimischer Gemeinschaften zum jährlichen Gespräch nach Stuttgart ein. In seiner Neujahrsansprache am 6. Januar hatte der Bischof eindringlich den Dialog mit den Muslimen angemahnt.