Bildung ist menschliche Existenznotwendigkeit

Bildung, so Bischof Fürst, bedeute die „Herausbildung der Persönlichkeit“. Im christlichen Glauben spreche man von Bildung als „Ausformung des Bildes Gottes im Menschen“. Sie lebe von der Selbsttätigkeit des Menschen und habe mit „Wachstum, Entwicklung sowie Entfaltung der Gaben des Menschen“ zu tun, sagte der Bischof. Damit sei Bildung mehr als die Vermittlung von Wissen. „Bildung stellt den Menschen in den Mittelpunkt und ist mehr als die Produktion von Humankapital“, betonte Bischof Fürst. Sie sei das Miteinander von Personalität, Bewusstseinserhellung und sozialer Verantwortung. Ihr oberstes Kriterium sei „das gut gelingende Leben im sozialen Umfeld“.
Damit habe Bildung auch die Aufgabe, den Menschen „bei der Antwortsuche auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit zu helfen“, sagte der Bischof. Eine Gesellschaft, die angesichts sich fast überstürzender Entwicklungen um Orientierung ringe, müsse sich bewusst sein, dass Bildung nicht in der Aneignung von kurzfristigem oder langfristigem Wissen allein bestehe.

Schließlich, so unterstrich der Bischof, gehe es in der Bildung um die Frage nach Werten. Sie ziele nicht allein auf den Kopf, sondern habe auch mit „Herzensbildung“ zu tun. Hier liege gerade für die kirchliche Bildungsarbeit eine entscheidende Herausforderung für die Zukunft. „Die Kirche darf sich von niemandem übertreffen lassen wollen, wenn es um Fragen wie Nächsten-, Fernsten- und Feindesliebe geht, wenn es um das Eintreten für Menschenwürde und Menschenrechte, um das Aufstehen für das Leben in all seinen Phasen geht“, betonte Bischof Fürst.