Bildung unter dem Maßstab des Glaubens

Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Ravensburger Christ-Königs-Kirche verlieh er 60 Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten die so genannte Missio Canonica, den Auftrag, im Namen der Kirche Religionsunterricht zu erteilen.

Zur kirchlichen Missio, so Bischof Fürst, gehöre die Einheit von eigenem Leben, Handeln und religiösen Inhalten. Missio bedeute, sich verantwortlich und bewusst in den Dienst der christlichen Frohbotschaft nehmen zu lassen, sagte der Bischof. Die Berufung zu diesem Zeugnis bedeute ein Zusammentreffen des Glaubens mit der konkreten Lebenssituation, „in der ich mich fragen muss, wer ich bin, wofür ich stehe und wofür ich einstehe“. Für jede und jeden Einzelnen gehe es darum, „hinzustehen, sich an die Botschaft zu halten, auch wenn sie vielleicht dem Zeitgeist, den herrschenden Gesetzen des Marktes oder modische Tendenzen widerspricht“. Missio sei der Auftrag, die „Botschaft vom offenen Himmel zu bezeugen und aufzustehen für das Leben in der wirklichen Fülle, wie sie Jesus Christus gibt“, betonte Bischof Fürst. Junge Menschen bräuchten diese Botschaft dringend. Sie dürfe nicht verschwiegen und nicht opportunistisch angepasst werden, weder selbstgenügsam noch fundamentalistisch sein.

Bischof Gebhard Fürst wies in diesem Zusammenhang auf ein ganzheitliches Verständnis von Bildung hin, für das die Religionslehrerinnen und Religionslehrer eintreten müssten. In Schule und Bildung gehe es darum, Menschen dabei zu helfen, sich „heraus zu bilden, damit sie gut, verantwortungsvoll und sinnvoll leben können“. Es gehe um eine „Heraus-Bildung mit dem Maßstab unseres Glaubens“, theologisch gesprochen, um die „Ausformung des Bildes Gottes im Menschen“, sagte Bischof Fürst.