Bischof Fürst begrüßt Abkehr der Bundesjustizministerin von einer generellen Anzeigepflicht bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Die Ministerin hat sich damit am Donnerstag, 20. Mai, entgegen ihrer früheren Position dem Konsens des Runden Tischs gegen Kindesmissbrauch angeschlossen. Bereits zuvor hatten vor allem Fachleute aus Kinderschutzorganisationen vor einer generellen Anzeigepflicht gewarnt, weil dadurch für viele Opfer die Hürden sehr hoch gesetzt würden, sich zu offenbaren und damit belastenden polizeilichen Ermittlungen oder Konfrontationen mit Beschuldigten ausgesetzt zu werden.

Bischof Fürst betonte, die von ihm eingesetzte unabhängige Kommission Sexueller Missbrauch unter Vorsitz des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Robert Antretter und er selbst hätten immer verantwortungsbewusst mit den Justizorganen zusammengearbeitet, wo sich dies im konkreten Fall als sinnvoll und notwendig erwiesen habe. Auch werde jetzt ein erfahrener Oberstaatsanwalt mit seinem Expertenwissen in die Arbeit der Kommission einbezogen. Man habe aber auch immer sorgfältig abgewogen, was im Interesse des Opferschutzes und zur Vermeidung unberechtigter öffentlicher Vorverurteilungen von Beschuldigten der richtige Weg sei. Dieses Vorgehen werde jetzt durch das Votum des Runden Tischs und die öffentliche Erklärung von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger als rechtens und in der Sache angemessen bestätigt.