Bischof Fürst: Gott erweist seine Lebensmacht

Beispielhaft für die Zuwendung Gottes zu den Schwachen und Gebeugten stehe der Exodus aus Ägypten, von dem in der Lesung der Osternacht erzählt wird. Wie die Israeliten seien heute viele Menschen niedergedrückt. Sie fühlten sich wie in einem Gefängnis eingeschlossen. Wie die Israeliten damals sie kennen sie die „Sehnsucht, frei atmen zu können, befreit zu sein und den unterdrückenden Kräften und Fesseln entfliehen zu können“, so der Bischof. „Die Sehnsucht nach einer besseren, nein, nach einer von Zwang und Lasten befreiten und erlösten Zukunft wird auch unter uns mächtig.“ Gott höre das Schreien der erlösungsbedürftigen Menschen. Er führe aus Not und Angst heraus. Beim Auszug aus Ägypten erlebten die Niedergedrückten Gott am eigenen Leib als machtvolle und befreiende Tat.

Diese erzählte "Großtat" Gottes an den Menschen stehe beispielhaft für die Zuwendung Gottes zu den Schwachen und Gebeugten, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Der Auszug aus dem Zustand der Bedrückung sei die Urerfahrung der Befreiung durch Gottes Handeln an dem, der seine Hilfe erfleht. In der Osternacht solle der Glaube daran neu erweckt werden, dass die Menschen „durch das Meer der Bedrohung hindurch“ gerettet werden. Gott befreie selbst aus den Fesseln des Todes.

Gott rette und erlöse den in größter Not und tiefstem Elend lebenden Menschen zu neuem, zu wahrem Leben. In dieser Urerfahrung des Menschen sei zugleich die österliche Botschaft vorgebildet. In Jesus Christus, der eingeengt und missverstanden, verfolgt, geschlagen und zu Tode gebracht wurde, erweise sich die aus der tiefsten Not rettende Lebensmacht Gottes. Er liebe die Menschen und höre ihr Schreien. Wir dürften darauf vertrauen, dass er auch an den Menschen, die in Not geraten, seine Lebensmacht erweist, betonte Bischof Gebhard Fürst. „Die Ketten des Todes sind gesprengt, die Erlösung ist geglückt, neues Leben ist möglich. Christus ist auferstanden, ja er ist wahrhaft auferstanden!“