Bischof Fürst reist mit prominenter Delegation nach Rom

Begleitet wird Bischof Fürst von den Weihbischöfen Johannes Kreidler und Thomas Maria Renz, dem Generalvikar Clemens Stroppel, dem Ministerpräsidenten a.D. Erwin Teufel, dem Landtagspräsident Peter Straub, dem Rottenburger Oberbürgermeister Klaus Tappeser, seinem Amtsvorgänger Winfried Löffler, Nachfahren von Bischof Sproll, Professoren der Theologischen Fakultät Tübingen, Vertretern der Heimatgemeinden von Sproll und Bolz und von Mitgliedern des Diözesanrats.

Bischof Sproll wurde 1927 zum Bischof geweiht und trat in seinen Predigten und Schriften offen gegen das nationalsozialistische Regime ein. Der Reichstagswahl vom 10. April 1938, bei der auch dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland zugestimmt werden sollte, blieb er demonstrativ fern. Die Nationalsozialisten organisierten daraufhin in Rottenburg zahlreiche Demonstrationen gegen den Bischof. Am 18. Juli 1938 wurde die Wohnung Sprolls gestürmt und die Demonstranten warfen mit Steinen die Fenster ein. Wochen später musste Sproll ins Exil gehen, aus dem er erst 1945 wieder zurückkehren konnte. Bischof Gebhard Fürst wird einen der Steine, mit denen die Fenster von Sprolls Wohnung eingeworfen wurden, in der Kirche St. Bartholomäo in Rom niederlegen.

Der gläubige Katholik Eugen Bolz übte von 1928 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten das Amt des württembergischen Staatspräsidenten aus. Nach der Machtergreifung 1933 verlor er sein Amt und wurde in „Schutzhaft“ genommen, weil er vor dem Nationalsozialismus gewarnt hatte. Christentum und freiheitliche Demokratie waren für Bolz wie zwei Seiten einer Medaille, während er die nationalsozialistische Weltanschauung schon früh als einen "Rausch" betrachtete, aus dem es bald ein "böses Erwachen" geben werde. 1941 nahm Carl Goedeler mit ihm Kontakt auf und weihte ihn in die Pläne des Widerstands ein. Nach dem Attentat am 20. Juli 1944 wurde Bolz verhaftet und am 21. Dezember 1944 in Berlin hingerichtet. Vor seinem Tod empfing Bolz die Heilige Kommunion. Sie wurde ihm in einem Mäppchen ins Gefängnis gebracht, das Bischof Gebhard Fürst jetzt in der Kirche der Glaubenszeugen in Rom niederlegen wird.