Bischof Fürst ruft zu Spenden für Arbeitslose auf

Die Gläubigen sollen dem Beispiel des Diözesanpatrons, dem Heiligen Martin, folgen und teilen lernen. Der Heilige hatte der Legende nach seinen Mantel für einen Bettler geteilt. Im Traum hatte er im Gesicht des Bettlers das Gesicht Christi erkannt. Der Bischof verweist auch auf den Satz Jesu: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ „Nehmen auch wir dieses Wort Jesu ernst;“ schreibt der Bischof und lädt die Gläubigen zu Spenden für die Aktion Martinusmantel ein.

Trotz der konjunkturellen Lichtblicke in jüngster Zeit wachse die Zahl der Langzeitarbeitslosen, so der Bischof. Auch in diesem Jahr seien nicht genügend Ausbildungsplätze für die Jugendlichen vorhanden. Diese Frauen und Männer bedürften der gemeinsamen, tatkräftigen Hilfe, um Arbeit und Broterwerb zu finden. Die Kirche stehe an der Seite der Arbeitslosen, betont der Bischof. Es gehe dabei um nichts weniger als die Menschenwürde. Es gelte die Arbeitslosen mit „Phantasie, Mut und brennender Ungeduld“ zu unterstützen. Die Aktion Martinusmantel versuche das. „Mit einer Spende geben Sie arbeitslosen Menschen eine Chance“, so Bischof Gebhard Fürst.

Die Aktion Martinusmantel fördert mit finanziellen Hilfen Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für Arbeitslose, die in der Verantwortung katholischer Träger durchgeführt werden. Oft schließt sie die finanziellen Lücken, die durch unzureichende staatliche Erstattungen entstehen. So kann eine qualifizierte Betreuung und Anleitung in den Maßnahmen gewährleistet werden. Viele der Projekte werden vom Caritasverband getragen, aber auch Kirchengemeinden, die Christliche Arbeiterjugend, der Sozialdienst katholischer Frauen und die Stiftung Haus Lindenhof engagieren sich mit eigenen Projekten für benachteiligte Arbeitslose.

In den Jahren 2003 bis 2005 wurden 1.206.000 € an Spenden- und Kollekteneinnahmen erzielt. Diese Summe wurde aus dem Diözesanhaushalt aufgestockt, so dass bis einschließlich 2006 insgesamt 1.865.200 € für 37 Projekte bewilligt werden konnten. Mit der durchschnittlichen Fördersumme von 34.540 € pro Projektjahr konnten jeweils etwa eine halbe Personalstelle oder vergleichbare Leistungen in den Arbeitslosenprojekten finanziert werden.

Über 1000 Arbeitslose werden derzeit in den Projekten betreut, die durch die Aktion Martinusmantel gefördert werden. Allein das Projekt KOKA - Kooperationsverbund katholischer Arbeitsintegrationsangebote - zählte im Juni an den drei Modellstandorten Ost-Württemberg, Stuttgart und Ulm rund 1.100 Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger, von denen rund 900 besetzt waren. Die Arbeitsgelegenheiten oder Ein-Euro-Jobs sind nur ein Einstieg. Ziel ist, aus den meist auf 6 bis 9 Monate befristeten Maßnahmen heraus eine Vermittlung auf eine feste Arbeitsstelle zu erreichen. Dies gelang im ersten Halbjahr in 133 Fällen mit Erfolg.

Weitere der durch die Aktion Martinusmantel geförderten Projekte helfen speziell Jugendlichen ohne Ausbildung, so z.B. die gleichnamige „Aktion Martinusmantel“ in Heidenheim, die „Intakt gGmbH“ in Kirchheim, das Projekt „ABba - Ausländische Betriebe bilden aus“, das Projekt „ZEBRA“ der "Aktion Jugendberufshilfe" im Ostalbkreis oder das Projekt „Karriere-Plan“ in Leutkirch, um nur einige zu nennen. Wieder andere richten sich speziell an Frauen, wie das Frauenberufszentrum und der LOS-Kurs in Stuttgart oder das inzwischen abgeschlossene Projekt „Teilzeit“ in Schwäbisch Gmünd. Einige der geförderten Second-Hand-Kaufhäuser mit Umzugs- und Entrümpelungsservice tragen sich inzwischen selbst, bei anderen dagegen war die Schließung unvermeidlich.

Im „Kompetenzzentrum Arbeit“ der Stiftung Haus Lindenhof in Schwäbisch Gmünd finden zum Beispiel Frauen, die wegen ihrer familiären und persönlichen Situation nur in "Teilzeit" arbeiten können, einen beruflichen Wiedereinstieg. Beim Projekt „Abba – Ausländische Betriebe bilden aus“ werden Besitzer von Betrieben, die ausländischer Herkunft sind, dabei beraten, wie sie einen Ausbildungsplatz einrichten können. Beim „Frauenberufszentrum des SkF und des Caritasverbandes für Stuttgart“ bekommen Frauen Beratung und Hilfe bei der beruflichen Eingliederung an.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Hans-Peter Mayer, Bischöfliches Ordinariat – Aktion Martinusmantel, Jahnstraße 30, 70597 Stuttgart-Degerloch, Telefon: 0711 9791-203, E-Mail: hpmayer(at)bo.drs.de.

Spendenkonto:
Bistum Rottenburg-Stuttgart, Konto 5 404 002, Volksbank Herrenberg-Rottenburg (BLZ 603 913 10), Stichwort: Spende Martinusmantel.