Bischof Fürst ruft zu Spenden für Erdbebenopfer in China auf

Dies hat Bischof Gebhard Fürst betont, der sich zur Zeit mit rund 450 Teilnehmern aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf einer Diözesan-Wallfahrt nach Santiago de Compostela befindet. Die zahllosen Opfer der beiden Naturkatastrophen in Asien innerhalb kürzester Zeit, so Bischof Fürst, erforderten trotz aller empfundenen Ohnmacht die aktive Solidarität und Hilfe aller. Wie bereits für die Opfer des Zyklons in Birma, so bat der Bischof die Bevölkerung auch im Hinblick der unbeschreiblichen Not unter den chinesischen Katastrophenopfern um Spenden. „Durch dieses Elend werden die betroffenen Menschen zu unseren Nächsten, auch wenn sie noch so fern von uns leben, und sie bedürfen unserer Mitmenschlichkeit“, sagte Bischof Fürst. Im Gegensatz zu den skandalösen Behinderungen der Hilfeleistungen durch die Militärs in Birma verdiene das Engagement der chinesischen Regierung für die Erdbebenopfer Respekt, so Bischof Gebhard Fürst.

Gebetstag für die Kirche in China am 24. Mai

Dennoch besteht nach den Worten des Bischofs nach wie vor Grund zu großer Besorgnis im Hinblick auf die Missachtung von Menschenrechten und auf die Situation der romtreuen Untergrundkirche in China. Angesichts dieser Situation sei es ihm ein besonderes Anliegen, auf den weltweiten Gebetstag für die Kirche in China am kommenden Samstag, 24. Mai, hinzuweisen, zu dem Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr aufgerufen hat. Die Solidarität mit den bedrängten Christen und mit den um die Wahrung der Menschenrechte ringenden Personen in China müsse sich in innerer Verbundenheit und im Gebet ebenso erweisen wie in der deutlichen politischen Anwaltschaft und in der konkreten Hilfe, sagte Bischof Fürst.

Der Bischof erinnerte auch daran, dass seit vielen Jahren von Seiten der katholischen Kirche Versuche unternommen werden, mit China und seiner Regierung zu einer Verständigung zu kommen und eine Beziehung aufzubauen, die zu einer befriedigenden Lösung für die schwierige Situation in China führen könnte. Trotz einiger ermutigende Ansätze zur Versöhnung bestehen in China immer noch innerkirchliche Spannungen zwischen der offiziellen und der Untergrundkirche. Auch für die problematische Beziehung zwischen Kirche und Staat scheint noch keine konkrete Lösung in Sicht. Papst Benedikt XVI. wies in einem offenen Brief, den er im Mai vergangenen Jahres an die chinesische Kirche schrieb, darauf hin, dass ihn bei der Sorge um die Kirche in China keine politischen Motive bewegen, sondern dass es bei allen Initiativen seinerseits um das seelische Wohlergehen der Gläubigen und den geordneten Vollzug des religiösen Lebens gehe.

Materialien zum Gebetstag für die Kirche in China können auf der Webseite des China-Zentrums St. Augustin abgerufen werden: www.china-zentrum.de


Projektkontakte der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu China


Die Diözese Rottenburg-Stuttgart blickt auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit China zurück. Als erster deutscher Bischof besuchte Bischof Georg Moser 1979 nach der Kulturrevolution als Mitglied einer Delegation des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth die Volksrepublik China. Er konnte dabei erste kirchliche Kontakte herstellen. Damals begann die Diözese mit dem Aufbau eines Stipendienprogramms „Sympathie für China“, an dem 20 Studierende teilnahmen. Unter ihnen war auch Zhuo Xinping, heute Professor und Direktor des Instituts für Weltreligionen an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften in Beijing, zu dem bis heute gute Kontakte bestehen.

Da jedoch ein großer Teil der geförderten Studenten nicht bereit war, nach China zurückzukehren, wurde das Stipendienprogramm 1997 umgestellt auf die ausschließliche Förderung von Priesteramtskandidaten und Priestern, die an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Steyler Missionare in Sankt Augustin studieren. Seit 2003 unterstützt die Diözese zudem aus ihrer Stiftung „Schwestern helfen Schwestern“ die Ausbildung von chinesischen Ordensschwestern an Fachakademien zur Ausbildung von Gemeindereferentinnen. Eine Absolventin der Fachakademie Freiburg, die nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss in ihre Heimatdiözese zurückkehrte, ist dort mit dem Aufbau eines Bildungs- und Exerzitienhauses beauftragt. Eine weitere chinesische Schwester erhält derzeit eine Studienbeihilfe für die Ausbildung zur Gemeindereferentin an der katholischen Fachhochschule in Paderborn.

Seit Beginn der Zusammenarbeit mit der Kirche Chinas stellte die Diözese Rottenburg-Stuttgart insgesamt ca. 1,6 Mio. Euro für die Projektförderung in der Volksrepublik China bereit. Während der letzten zehn Jahre wurden 88 Projekte in einem Gesamtvolumen von ca. 921.000 € in 18 Diözesen gefördert. Unterstützt wurde dabei insbesondere die Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ordensleuten und Seminaristen, der Bau bzw. die Renovierung von Kirchen, Gemeindehäusern und Konventen sowie der Druck theologischer Literatur. Außerdem ist die Diözese Mitglied des China-Zentrums e.V. St. Augustin und unterstützt regelmäßig dessen Arbeit.
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bittet um Spenden für China auf das Spendenkonto von Caritas international

Seit dem schweren Erdbeben in der südwest-chinesischen Provinz Sichuan sind die lokalen Caritas-Partner im Einsatz. Caritas international hat heute Hilfe in Höhe von 100.000 Euro für die lokalen kirchlichen Partner wie u.a. Jinde Charities zugesichert, die im Erdbebengebiet in der Katastrophenhilfe tätig sind. Ein Caritas-Experte für Katastrophenhilfe unterstützt die lokalen Nothilfe-Strukturen vor Ort.
Die Unterstützung der Caritas wird für den Kauf dringend benötigter Hilfsgüter wie Notunterkünfte, Trinkwasser, Medikamente, Nahrungsmitteln, Decken und Haushaltsgegenstände eingesetzt.

Spendenkonto:
Caritas international
Konto Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00