Bischof Fürst verleiht Religionslehrern die Missio Canonica

Ziel des Religionsunterrichts ist es, Orientierung und die Erfahrung eines tragfähigen Glaubens zu vermitteln. Christen sind keine konturlosen Schatten, so der Bischof, sondern Zeitgenossen, die mit ihrem Profil erkennbar sind. Sie geben durch ihr Leben und ihre Botschaft ein glaubwürdiges Zeichen der Hoffnung.

Die Religionslehrer ermunterte der Bischof, den jungen Menschen, die oft desillusioniert und verbittert sind, das Zeugnis der Hoffnung und die Orientierungskraft des Glaubens weiterzugeben. Sie haben ein gutes Gespür dafür, „dass aller Schein und Glanz der Werbewelt letztlich nicht trägt.“ Sie spüren, dass es nicht genügen kann, nach rein wirtschaftlichen und wohlstandsorientierten Aspekten zu leben. Sie werden irgendwann in ihrem Leben gezwungen sein, die Sinnfragen zu beantworten, so der Bischof.

Im Religionsunterricht geht es um Identitätsfindung, sagte Fürst. Deshalb kann das Fach Religion nur von Personen unterrichtet werden, die Religion auf Grund eigener Erfahrung auf der Basis des eigenen Lebens darstellen können. Das sei ohne lebendigen Bezug zur Kirche nicht möglich. Schüler suchen im Religionsunterricht nach persönlicher Orientierung. Ihre Worte sollten die Religionslehrer durch ihr Handeln glaubwürdig konkretisieren. „Glaubwürdig werden Verkündigung und Lehre durch ein Leben, das dieser Botschaft entspricht“, so der Bischof von Rottenburg-Stuttgart.

Schon am vergangenen Wochenende hatte Bischof Fürst 70 Junglehrern in Munderkingen die Mission verliehen. Mit der Verleihung der Missio Canonica drückt der Bischof seine Verbundenheit und Solidarität mit den Religionslehrern aus und beauftragt sie zur Erteilung von Katholischem Religionsunterricht in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Insgesamt bekamen in diesem Jahr 173 Lehrer die Missio Canonica von Bischof Dr. Gebhard Fürst verliehen, davon 137 Frauen und 36 Männer.