Bischof Fürst würdigt neuen Konzils-Kommentar

Auch 40 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils seien seine Konstitutionen und Dekrete von bleibender Bedeutung, so Bischof Fürst. Entscheidend für die Zukunft der Kirche sei, ob die kommenden Generationen „aus dem Brunnen des konziliaren Erbes schöpfen“. Es müsse vor allem der jungen Generation der Geist des Konzils zugänglich gemacht werden. Diesem Geist entsprechend müsse die Stellung und Verantwortung der Laien in der Kirche von neuem betont und die missionarische Kraft der Kirche gestärkt werden.

Zu kurz komme immer noch die Rezeption der dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung, Dei Verbum, sagte der Rottenburger Bischof. Sie sei die inhaltliche Mitte der Konziltexte und handele davon, wie Gott sich in Jesus Christus gezeigt, geoffenbart habe. In den heilbringenden Taten und Worten Jesu begegnete Gott selbst den Menschen, hole ihn „in die verwandelnde Gemeinschaft mit Gott heim“. Die Offenbarung ereigne sich zum Wohl des Menschen und auch die Kirche mit ihren ausdifferenzierten Ämtern und Diensten, Verantwortlichkeiten, Räten und Mitwirkungsarten sei Teil der lebensspenden Kommunikation Gottes mit den Menschen. Die so verstandene Offenbarung Gottes fördere die Möglichkeiten der Teilnahme und Teilhabe aller Getauften und Gefirmten am Kirchesein, so der Bischof. Der nun vorliegende Kommentar zum Konzil bilde einen hervorragenden Schlüssel für das Verständnis der Konzilstexte.

Die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden 1966 von Karl Rahner und Herbert Vorgrimler und dann im Lexikon für Theologie und Kirche zwischen 1966 und 1968 in den Ergänzungsbänden herausgegeben. Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil umfasst fünf Bände und wurde von Peter Hünermann und Bernd-Jochen Hilberath herausgegeben. Im ersten Band erscheint eine lateinisch-deutsche Studienausgabe mit einer neuen Übersetzung der Konzilstexte. Die weiteren drei Bände setzen sich mit den einzelnen Konstitutionen und Dekreten auseinander, wobei immer zuerst die Vorgeschichte der Papiere dargestellt wird. Dann folgt eine ausführliche Auslegung und Würdigung. Der fünfte Band stellt das theologische Profil des Konzils insgesamt, seine Arbeitsweise und seinen Umgang mit Schrift und Tradition dar. Die einzelnen Bände des im Freiburger Herder-Verlag erschienenen Kommentars kosten zwischen 65 und 75 €.