Bischof Fürst zur Eröffnung der Woche für das Leben

Bischof Gebhard Fürst verwies darauf, dass sich die Pyramide der Alterstruktur in unserer Gesellschaft die Form einer Urne annehme. Immer weniger Kinder würden geboren, immer mehr Alte lebten in unserer Gesellschaft. In einer Zeit, so der Bischof, in der Ehen und Beziehungen immer häufiger zerbrechen, fehle die emotionale Grundlage für Kinder. Doch die Gesellschaft brauche Kinder, um lebensfähig zu sein. Als alarmierend bezeichnete der Bischof die demografische Entwicklung, gerade mit Blick auf die Sozialversicherung und die gesamte gesellschaftliche Dynamik. Die Zukunft sei abhanden gekommen, in der Geburtenkrise offenbare sich eine Sinnkrise und ein Mangel an Hoffnung. „Wenn unsere Gesellschaft kollektiv ‚lebensmüde’ geworden ist und keinen über das Jetzt hinausweisenden Sinn im Leben sieht, wird letztlich auch die Weitergabe des Lebens sinnlos“, so Bischof Fürst.

Christliche Botschaft ermögliche die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft, sagte Fürst. Wenn die Kirche ihre Botschaft in der Gesellschaft verkünde, dann verfolge sie kein Eigeninteresse, sondern formuliere ihre Botschaft im Interesse der Zukunft der Gesellschaft. Mit der „Woche für das Leben“ wolle die Kirche darauf hinweisen, dass Kinder ein Segen seien. In der technischen Zivilisation hätten sich die Menschen vielmehr daran gewöhnt, die Welt und das Leben selbst zu gestalten. Kinder hätten die großartige Fähigkeit, alle Planungen umzuwerfen. Sie bedeuten einen neuen Anfang. Für diesen Anfang bräuchten gerade die werdenden Eltern die Unterstützung der Gesellschaft, damit sie eine Zeit der „guten Hoffnung“ haben. „Je mehr junge Menschen spüren: Kinder sind in dieser Welt willkommen, umso eher werden sie sich diese Aufgabe zutrauen“, so Bischof Fürst.