Bischof Gebhard Fürst bei der Bundesversammlung des Familienbundes

Lern- und Leistungsbereitschaft, Arbeitsmotivation und Verantwortung füreinander würden zuerst in der Familie als eine Art „sozialem Biotop“ geprägt, so der Bischof. Deshalb müsse sie gestärkt werden. Sie sei die Lebensform, die dem menschlichen Grundbedürfnis nach Annahme, Zuwendung und Geborgenheit in besonderer Weise entspräche. Sie sei der „erste und entscheidende Ort, an dem Mitmenschlichkeit und soziales Verhalten, an dem Gerechtigkeit, Friede und Freude erfahren und eingeübt werden“. Die Persönlichkeit und Stabilität des Einzelnen wurzelten und reiften vor allem im familiären Zusammenleben. In ihm könnten sowohl die Kinder als auch die Eltern vorbehaltlose Annahme und unbedingte Verlässlichkeit erleben. Die Familie sei jedoch nicht nur für den Bestand der Gesellschaft und der Kultur bedeutsam, sondern auch für die Weitergabe des Glaubens und die Gemeinschaft der Kirche. Sie sei der wichtigste Ort der kulturellen und religiösen Sozialisation.

Die Kirche sei gefordert, den Stellenwert der Familie und die damit verbundene Verantwortung für Familien und Kinder stärker zu verdeutlichen. Gerade in Zeiten rückläufiger Ressourcen solle darauf geachtet werden, dass familienpolitische Grundsätze beachtet werden. Kirche solle da beispielhaft vorangehen. Mit ihrem Einsatz für die Familie arbeite sie mit an einem „Vorgeschmack auf das Reich Gottes“.

Der Familienbund der Katholiken (FDK) ist ein parteipolitisch unabhängiger, konfessioneller Familienverband. Er setzt sich für die Stärkung und Förderung von Rechten und Rahmenbedingungen für Familien auf nationaler und internationaler Ebene ein. Er ist Ansprechpartner und Lobby für alle Familien und engagiert sich in der Vertretung und Koordinierung familienbezogener Anliegen in Kirche, Staat, Gesellschaft und Politik. Der Familienbund ist auf allen politischen Ebenen sowie innerkirchlich für Familien aktiv.
Der Familienbund der Katholiken wurde 1953 in Würzburg gegründet. Mitglieder im Bundesverband sind seine Diözesan- und Landesverbände sowie 15 katholische Mitgliedsverbände. Einzelmitgliedschaften von Familien und Familiengruppen bestehen in der Regel in den Diözesanverbänden.