Bischof Gebhard Fürst besucht CMT

Die christliche Religion sorge sich nicht nur um die Seele und das ewige Heil, betonte Bischof Fürst. Es gehe ihr ebenso um den Leib, um das Wohlergehen, um Heil und Gesundheit in diesem Leben. Das Christentum habe zum Thema „Wellness“ in diesem Sinne reiche Erfahrungen. In den kirchlichen Angeboten könnten Heil, Heilung und wirkliche Ganzheitlichkeit erfahren werden. Es gehe dort nicht allein um die Frage, ob sich jemand wohl fühle, sondern ob es ihm gut oder schlecht gehe. Körper, Geist und Seele würden gleichermaßen wahrgenommen und gepflegt. Die Kirche verdeutliche dabei, dass Gesundheit zwar eine wichtige Dimension menschlichen Heils sei, aber das Heil des Menschen darin nicht aufgehe. Wäre dem so, dann wären Gebrechlichkeit, Krankheit und Hinfälligkeit, so der Bischof, identisch mit Heilsverlust.


Bischof Gebhard Fürst warnte vor selbst ernannten Gesundheitsaposteln und
-religionen, die verkündeten, dass Gesundheit über alles ginge. Gesundheit sei ein Geschenk, das nicht einfach herstellbar oder beliebig erhaltbar sei. Wo dieses Missverständnis vorherrsche, würden Fitness und Wellness zwanghaft und angstbesetzt. Hinter solchen Vorstellungen stehe die unkritische Gleichsetzung von Gesundheit und menschlichem Heil. Diese gehe einher mit einer Diesseitsorientierung unserer Zeit, in der das menschliche Leben als die letzte Gelegenheit angesehen werde. Es zu erhalten und endlos zu verlängern, werde bei vielen Menschen zur Lebensaufgabe.

Ursache für die Überbewertung der Wellness sei die Trennung von Leib und Seele. „Wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt, und sonntags in die Kirche“, zitierte der Bischof das Denken vieler Menschen heute, bei denen sich die Trennung von Leib und Seele tief eingeprägt habe. Der Mensch sei jedoch mehr als eine Maschine, die repariert und instand gehalten werden müsse. Nur wenn der Mensch mit Leib und Seele geheilte würde, werde er heil. „Heilung und Heil fließen zusammen und haben immense Auswirkungen aufeinander“, sagte der Bischof. Die Menschen von heute hätten die heilende Wirkung des christlichen Glaubens mehr denn je nötig.