Bischof Gebhard Fürst besucht die Firma Ratiopharm in Ulm

In einem Rundgespräch mit Vertretern der Diözese, der Unternehmensleitung und des Betriebsrats der Firma Ratiopharm würdigte Bischof Fürst das Engagement der Familie Merckle für ihre Mitabeiter/-innen. Die Kirche und das Familienunternehmen verbinde der Einsatz für das Wohl des Menschen.
Der Bischof lobte das Engagement des Unternehmens in Bezug auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flexible Arbeitsmodelle, wie Jobsharing und Telearbeitsplätzen, die Möglichkeit der Verlängerung der Elternzeit von drei auf sechs Jahren, Kontakthalteprogramme für Mitarbeiter/-innen in Elternzeit, eine betriebseigene Kindertagesstätte, aber auch finanzielle Sozialleistungen zeichnen die Unternehmenskultur des Generika-Hersteller aus.
Begleitet werden diese Maßnahmen von der Betriebsseelsorgerin und evangelischen Pfarrenin Petra Meier-Scheerer, die seit 2002 im Betrieb angestellt ist. Sie sieht ihre Aufgabe darin, „die Kirche zu den Menschen zu bringen.“ Die Seelsorgerin und Leiterin des Referats „Treffpunkt Mensch“, ist Ansprechpartnerin für 3.000 Mitarbeiter/-innen bei persönlichen Problemen.

Am Abend traf sich Bischof Gebhard Fürst zu einem Gespräch mit Betriebsräten von verschiedenen Firmen der Region Ulm. Hier äußerte sich der Bischof besorgt zu den Auswirkungen der Globalisierungstendenzen in der Industrie. Arbeitplatzabbau infolge von Standortverlagerungen und Arbeitsverdichtung führten zur Absenkung der Arbeitnehmerrechten und Sozialstandards auf ein niedriges Niveau. „Eine Welt, in der alleine der Markt zählt, ist ein Verstoß gegen die menschliche Würde“, sagte Fürst.

Der Dialog mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist ein großes Anliegen des Bischofs. Bei regelmäßigen Betriebsbesuchen und in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern informiert er sich über die aktuelle Situation in den Firmen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
„Gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit“ lautet das diesjährige Schwerpunktthema des Bischofs. Am 15. Oktober trifft er sich zum Austausch mit Arbeitslosen, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Vertretern von Arbeitsloseninitiativen und Verbänden.