Bischof Gebhard Fürst besucht Kuba und Guatemala

In seiner Neujahrsansprache hatte Bischof Gebhard Fürst den Begriff der missionarischen Kirche neu gedeutet. Missionarisch sein heiße, so Bischof Fürst, in „Werken der Liebe“ Zeugnis für die lebendige Wahrheit abzulegen, die der Glaube sei. Mit seinem Besuch in Kuba und Guatemala schlägt der Bischof eine Brücke zwischen dem Engagement der Kirche für die Menschen seiner Diözese und dem Engagement für die Notleidenden in der Welt. „Es geht darum, die befreiende Wahrheit des Evangeliums im Handeln der Kirche in den kritischen Lebenslagen der Menschen zur Wirkung zu bringen“, sagte der Bischof. Das gilt für die Entwicklungsländer genauso wie für die Bundesrepublik.

Gemeinsam mit dem für weltkirchliche Arbeit zuständigen Domkapitular Klaus Krämer und dem Bischofssekretär Harald Gehrig wird Bischof Gebhard Fürst am Mittwoch, 1. Februar, auf Kuba landen. Weihbischof Alfredo Petit Vergel hatte den Bischof nach Havanna eingeladen. Zwischen dem Weihbischof und dem Internationalen Diakonatszentrum (IDZ), das seinen Sitz in Rottenburg hat, bestehen seit Jahren schon enge Kontakte. In Kuba spielen die Diakone eine besondere Rolle. Ihre Anzahl ist mit 67 vergleichsweise hoch. Oft wirken sie in der Gemeindeleitung mit und gehen dennoch einer normalen Erwerbsarbeit nach, meist in der Sozialarbeit. Die Arbeit der Diakone wird von Seiten der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit Jahren auch finanziell unterstützt.

Am 2. Februar wird Bischof Fürst mit Kardinal Jaime Ortega y Alamino, dem Bischof von Havanna, zusammentreffen und mit ihm die Kathedrale besichtigen. Dann folgt ein Besuch der Friedhofspastoral. Diakone stehen in Kuba den Hinterbliebenen in besonderer Weise bei und führen einen großen Teil der Beerdigungen durch. Bischof Fürst wird weiterhin soziale Einrichtungen in Havanna besuchen, wie das Altenheim S. Francisco de Paula, dessen Umbau mit Geldern der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziert wurde.

Am Samstag, 4. Februar, wird der Bischof nach Guatemala-City, der Hauptstadt Guatemalas, fliegen, wo er im Nationalen Priesterseminar zu Gast sein und mit Erzbischof Bruno Musarò zusammentreffen wird. Mit den Alumnen des Seminars wird er ausführlich sprechen und dabei die besonderen Herausforderungen der Seelsorge in Guatemala thematisieren.

Nächste Station des Bischofs ist die Radioschule IGER (Instititio Guatemalteco de Educación Radiofónica). Die 1979 durch Pater Franz von Tattenbach gegründete Schule bietet Schulbildung mit Hilfe von Radiosendungen an. Zielgruppe sind vor allem Erwachsene ab 16 Jahren, die aufgrund der Armut schon früh in der Familie dazuverdienen mussten oder in Gebieten ohne Schulen aufgewachsen sind. Mit Hilfe der Lektionen im Radio erhalten die Hörer die Schulbildung, die sie bisher nicht erhalten haben. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt den Sender seit Jahren. 1999 wurde eine Stiftung zur Unterstützung gegründet, zu dessen Gründungskapital die Diözese großzügig beitrug.

Seit Anfang 1962 Jahre fördert die Diözese auch die Priesterausbildung in Guatemala. Sie unterstützt die Seminaristen beim Lebensunterhalt und den Studienkosten. Darüber hinaus arbeiten seit 1968 Priester aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart in der Seelsorge des Landes mit. Bischof Gebhard Fürst wird dementsprechend auch auf seiner Reise durch das Land verschiedene Gemeinden besuchen, in denen schwäbische Priester wirken. Er wird dem Bildungszentrum S. José einen Besuch abstatten, das vor allem Frauenbildungsarbeit betreibt. Auf dem Programm des Bischofs stehen auch der Besuch einer Kaffee-Finca, Begegnungen mit Gläubigen verschiedener Gemeinden und viele Gottesdienste.

Die erste der bisherigen zwei Pastoralreisen von Bischof Gebhard Fürst führte ihn nach Argentinien und Brasilien, die zweite nach Tansania.