Bischof Gebhard Fürst kritisiert EU-Entscheidung

„Mit EU-Geldern darf aus moralischen und rechtlichen Gründen keine verbrauchende Embryonenforschung finanziert werden“, erklärte Bischof Fürst am Freitag, 23. September, in Rottenburg. Die Europäische Kommission hatte am vergangenen Mittwoch den Vorschlag gebilligt, mit 70 Mio. Euro aus EU-Mitteln verbrauchende Embryonenforschung zu unterstützen.

Das so genannte spezifische Rahmenprogramm beschreibt, welche Forschungsvorhaben im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU unterstützt werden. Dazu zählen auch Forschungen, bei denen Embryonen selektiert und getötet werden. Ein solches Opfer embryonaler Menschen für Forschungszwecke sei, so Bischof Fürst, aus ethischer Sicht völlig inakzeptabel. Europa drohe sein menschliches Gesicht zu verlieren, wenn eine solche Praxis durch Gesetze und Regelungen ermöglicht und sogar durch die Gelder von Forschungsprogrammen unterstützt würde. Zudem wies Fürst auf die eindeutige Gesetzeslage hin, dass in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Staaten diese verbrauchende Embryonenforschung aus ethischen Aspekten verboten sei.

Sollte der Brüsseler Vorschlag tatsächlich Wirklichkeit werden, würden Staaten gezwungen, mit ihren Steuergeldern Projekte zu finanzieren, die im eigenen Land völlig zu Recht als Straftat verfolgt würden. Fürst forderte, hier die Haltung dieser Staaten zu respektieren und die Gelder, die die Bevölkerung der EU-Staaten aufgebracht habe, auch in ihrem restriktiven Sinne einzusetzen. Es könne nicht sein, dass im zusammenwachsenden Europa das Maß des niedrigsten ethischen Standards gälte. Vielmehr müsse in einem solchen Fall die vorsichtige und zurückhaltende Position zur Richtlinie werden.

Bischof Gebhard Fürst unterstützt damit ausdrücklich die Forderungen einer Gruppe von über sechzig Europaabgeordneten an. Sie hatten einen offenen Brief an den EU-Präsidenten José Manuel Barroso geschrieben und ihn aufgefordert, die verbrauchende Embryonenforschung nicht aus dem Haushalt zu finanzieren.