Bischof Gebhard Fürst weiht sechs Diakone im Rottenburger Dom

Manche hatte der Ruf Gottes schon früh in ihrem Leben erreicht, andere später mitten in ihrer beruflichen Arbeit. Die Situationen, in denen Gott die Menschen rufe, seien heute andere als früher. Gott verschaffe sich Gehör und Menschen antworteten, indem sie sich ihm und der Kirche zur Verfügung stellten. Deshalb, so der Bischof, sei er zuversichtlich, für die Menschen in unserer Gesellschaft, die Beistand und Hilfe bräuchten, und für die Kirche. Sie habe eine Zukunft, weil Gott handle. Durch die neuen Diakonen wachse die Hoffnung in der Kirche.

Die heutige Zeit erlebe der Bischof nicht so, dass sie „einfach von selbst und aus sich heraus Hoffnung mache“: „Viel Leid, Sorgen und Nöte verbergen sich hinter unseren glänzenden Fassaden. Viel Hoffnungslosigkeit hat sich ausgebreitet und schon festgesetzt. Und viel Ungetröstetheit und auch Angst versteckt sich hinter Narrenkappen.“

Gott sende Menschen, um andere aus ihren Nöten herauszuführen. Im Alten Testament offenbare sich Gott als der, der für die Menschen da sei, so der Bischof. Gott kenne das Leid der Menschen und höre ihre Klagen. Er steige zu den Menschen herab und sende andere als „Ausführer seines Herabkommens“. Die sechs Diakone verkündeten „tatkräftig mit Mund, Herz und Verstand“ den Gott, der den Namen „Ich bin da“ trage, indem sie „in die Not, das Elend, die Verzweiflung vieler Menschen, in ihre Ängste und notvollen Abgründe hineingehen.“ So machten sie Gottes Anwesenheiten erfahrbar. Jesus Christus sei dafür das große Vorbild. Auch der Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Heilige Martin, verdeutliche „wie eine Ikone den unersetzlichen Wert des individuellen Liebeszeugnisses“. Die Diakone brächten ihren diakonischen Dienst an den Armen an den Altar und vergegenwärtigten so die wirklichen Adressaten der Liebe Jesu und seines Vaters. Die Eucharistie stärke die Diakone wiederum für ihren Dienst an den Menschen.

Nach der Weihe werden die sechs Diakone für ein Jahr in den Gemeindedienst gesandt und anschließend zu Priester geweiht. Geweiht wurden:

Stefan Fischer, 25 Jahre, geboren in Stuttgart, Bad-Cannstatt, Heimatpfarrei: St. Bonifatius, Renningen Studium in Tübingen und Rom,.

Stefan Karbach, 45 Jahre alt, geboren in Wiesbaden, Studium in Tübingen und Salzburg, von 1991 bis 2003 Pastoralreferent in Wernau, St. Erasmus und St. Magnus, von 2003 bis 2005 freigestellt zum Dienst in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Brüssel.

Alin Kausch, 34 Jahre alt, geboren in Reschitza, Rumänien, Heimatpfarrei: St. Peter und Paul, Neuhausen, Studium in Tübingen, Rom und Innsbruck, zuvor Veterinärmedizin-Studium in Rumänien.

Martin Mayer, 34 Jahre alt, geboren in Ochsenhausen, Heimatpfarrei: St. Georg, Ochsenhausen, Studium in Lantershofen, zuvor Schlosserlehre und Schreinerlehre

Markus Scheifele, 27 Jahre alt, geboren in Ulm, Heimatpfarrei: St. Pankratius, Staig-Steinberg, Studium in Tübingen und Rom, zuvor Schreinerlehre

Reiner Stadlbauer, 36 Jahre alt, geboren in Geislingen a.d. Steige, Heimatpfarrei: Maria Himmelfahrt, Geislingen-Eybach, Studium in Tübingen und Rom, zuvor Studium der Betriebswirtschaft, danach Anwendungsprogrammierer.