Einweihung

Brandneuer liturgischer Ort

Altarweihe Brackenheim

Weihbischof Thomas Maria Renz und Pfarrer Oliver Westerhold knien vor dem Altar, auf dem Weihrauchfeuer brennen. Foto: DRS/Guzy

Weihbischof Thomas Maria Renz eröffnet mit einer Altarweihe die sanierte und künstlerisch neu gestaltete Kirche Christus König.

Eine Altarweihe ist ein seltenes Ereignis. Nach anderthalb Jahren Sanierungs- und Umbauzeit hatten die Katholikinnen und Katholiken in Brackenheim nun Gelegenheit, diesen in ihrem Leben wohl einmalig bleibenden Gottesdienst zusammen mit Weihbischof Thomas Maria Renz zu feiern.

Der neu gestaltete Raum der Christus-König-Kirche sei im Vergleich zu früher jetzt viel heller und zeitgemäßer, sagte Renz. „Die Formen, Materialien und die Raumgestaltung entsprechen viel mehr unserem heutigen liturgischen Empfinden und Bewusstsein“, erklärte der Weihbischof in seiner Predigt, nachdem er den neuen Taufstein und den neuen Ambo gesegnet hatte.

Reliquien erinnern an frühchristliche Zeiten

Renz betonte, dass die Kirchengemeinde nicht viel Zeit und Ressourcen in die Renovierung investiert hätte, wenn sie nicht den festen Glauben hätte, dass ihre Kirche am Ort auch eine Zukunft hat. Er würdigte das „überdurchschnittliche Engagement“ in der Gemeinde.

Der Gottesdienst hatte eine ganz spezielle Liturgie. Als sehr komplex bezeichnete Pfarrer Oliver Westerhold diese. Den ausgefallensten und beeindruckendsten Teil bildete die Altarweihe selbst. Der Weihbischof setzte im sogenannten Reliquiengrab vor dem Altar eine Dose mit Reliquien der beiden Heiligen Castius und Gratius bei. Steinmetz Bernd Dirks verschloss das Reliquiengrab dann mit einem Steindeckel. Das sollte daran erinnern, dass die ersten Altäre über den Gräbern von Märtyrern errichtet wurden, wie Renz erklärte.

Weihrauchfeuer brennen auf dem Altar

Der Weihbischof salbte den Altar mit Chrisam-Öl und entzündete an den fünf Weihekreuzen, die die fünf Wundmale Jesu symbolisieren, Weihrauchfeuer. Während dieses Weihrauchopfers sprach er das Weihegebet. Danach wurde der Altar geschmückt. So konnte in der neu gestalteten Kirche zum ersten Mal Eucharistie gefeiert werden.

Neben Taufstein, Ambo und Altar gehört auch der Tabernakel zu der neuen Ausstattung in Christus König. Er wurde ebenfalls mit Weihwasser besprengt und gesegnet.

Dank für das Engagement

Die evangelische Dekanin Dr. Brigitte Müller gratulierte der katholischen Gemeinde zu der Renovierung und Umgestaltung der Kirche. Bürgermeister Thomas Csaszar tat es ihr im Namen der Stadt Brackenheim gleich.

Viola Haas, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats von „St. Michael, Wächter des Zabergäus“, dankte dem Bauausschuss für sein Engagement. Sie sprach von vielen Sitzungen. Phasenweise habe der Bauausschuss 14-tägig getagt. Haas erwähnte besonders das Ehepaar Ulrike Vogt-Wager und Uwe Wager. Die beiden begleiteten die wöchentlichen Besprechungen auf der Baustelle mit ihrem fachlichen Wissen.

Klare künstlerische Idee

Das künstlerische Konzept für die neue liturgische Ausstattung stammt von Bernd Dirks. In dem gleichnamigen Steinmetzbetrieb in Ostwestfalen entstanden Taufstein, Ambo, Altar, Tabernakel sowie weitere Elemente aus dem dort vorkommenden Baumberger Sandstein. Der Betrieb hatte sich in einem Künstlerwettbewerb durchgesetzt. Er habe passend zu dem Kirchenraum eine zurückhaltende Gestaltung gewählt, erklärte Dirks am Rande des Gottesdienstes sein Konzept.

Eine klare Formensprache prägt die künstlerische Idee. Linienförmige Intarsien, die mit ihrer bläulichen Farbe das Element Wasser symbolisieren sollen, verbinden Taufstein, Ambo, Altar und Tabernakel zu einer Einheit. Der Taufstein steht dabei mitten im Kirchenraum, was selten ist. Er stellt damit die Taufe als erstes Sakrament ins Zentrum. Der Taufstein bildet mit dem Altar und der Christus-König-Statue an der Chorwand eine Achse. Die Statue kam in den 1950er-Jahren, der Anfangszeit des Gotteshauses, in die Kirche. Sie wurde bei der Neugestaltung als identitätsstiftendes Element beibehalten.