Brennendes Herz für die Bibel

Rottenburg/Tübingen. 26. Februar 2014. Als herausragende Autorin, Pädagogin und Bibelübersetzerin hat Bischof Gebhard Fürst die verstorbene Theologin Eleonore Beck gewürdigt. Ihr Herz habe leidenschaftlich für die Bibel gebrannt. Beck habe unschätzbare Verdienste erworben um die Vermittlung der heiligen Schrift. Besonders Kinder, Schüler und Frauen, aber auch alle religiös und biblisch interessierten Menschen seien durch ihr Lebenswerk beschenkt worden. Sie war am Samstag wenige Tage vor ihrem 88. Geburtstag in Tübingen nach langer Krankheit gestorben. Beerdigt wird sie am Rosenmontag um 11 Uhr auf dem Tübinger Bergfriedhof vom früheren Tübinger Pfarrer und Rottenburger Domkapitular Heinz Tiefenbacher.

Eleonore Beck gehöre zu den großen Frauengestalten der Diözese Rottenburg-Stuttgart, betonte Bischof Fürst. Ihr gebühre tiefer Dank. Mit ihren von innerem Ringen mit dem Urtext geprägten Übersetzungen und Hinführungen sowie mit ihren Meditationen und Gebeten habe die Diplomtheologin, eine der ersten nach dem Zweiten Weltkrieg, unzähligen Leserinnen und Lesern neue Zugänge zur Bibel eröffnet. Die wissenschaftliche Mitarbeit bei dem Tübinger Alttestamentler Fridolin Stier und die Aufarbeitung seines Nachlasses hätten Generationen von Theologinnen und Theologen geprägt. Eleonore Beck habe Unschätzbares geleistet für die Anerkennung von Frauen in der theologischen Wissenschaft. „Frauen vor Gott“ lautete ihr erstmals 1958 aufgelegtes Frauengebetbuch.

Eleonore Beck wurde am 26. Februar 1926 in Balingen geboren. Nach dem Abitur 1944 in Ravensburg studierte sie in Tübingen katholische Theologie und schloss mit dem Diplom ab. Nach einer kurzen Zeit als Katechetin in Ulm arbeitete sie von 1950 an beim Katholischen Bibelwerk. Wichtige Anregungen zur Bibelexegese erhielt sie vom Tübinger Alttestamentler Fridolin Stier. Sie wurde erste Redakteurin der damals neu gegründeten „Internationalen Zeitschriftenschau für Bibelwissenschaft und Grenzgebiete“, deren Redaktion sie bis 1985 innehatte.

Bundesweit bekannt wurde Eleonore Beck auch mit der Herausgabe einer Auswahlbibel „Reich Gottes nach den Urkunden der Heiligen Schrift“, die erstmals 1957 erschien und drei Jahre später für die Diözese Rottenburg und später für die Erzdiözese Freiburg sowie in den bayrischen Diözesen als Schulbibel eingeführt wurde. Auf sie und die Theologin Gabriele Miller ging der so genannte Rahmenplan für den Religionsunterricht zurück, der 1967 Geltung erlangte für die Schuljahre 1 bis 10 in allen deutschen Diözesen. Vielen Lesern war Beck bekannt als Autorin von Hinführungstexten zum Messbuch. 2004 verlieh ihr der Papst den Silvesterorden. Zudem war sie Trägerin der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Uwe Renz