Brot des Lebens für andere

Diesen Zusammenhang brächten die zahlreichen Prozessionen in den Kirchengemeinden zum Ausdruck. Fronleichnam zeige in dieser Form, „wie wirksam lebendig und im besten Sinne bewegend unser Glaube an Jesus Christus ist“. Brot und Wein, Leib und Blut Christi würden alle Menschen betreffen, so Bischof Fürst.

Im Mittelpunkt des Fronleichnamsfestes steht die Feier der Eucharistie mit ihren Zeichen von Brot und Wein für den Leib und das Blut Christi. Mit dem Glauben an die erfahrbare Gegenwart Christi als Brot des Lebens „gehen wir hinaus auf die Straßen, um die Welt zu heiligen und um uns zu unserem Glauben zu bekennen“, unterstrich der Bischof. Damit sollten die Christen selbst Brot und Wein werden für andere, „für die Hungrigen an den Rändern der Straße, für die unter die Räder Gekommenen oder diejenigen, die ihren Platz verlieren“.

Die katholische Kirche feiert das Fest Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Das Wort bedeutet Leib des Herrn und erinnert an die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Zum Ritual des Festes gehören Prozessionen, in denen die Hostie in Monstranzen durch die Orte getragen wird. Das Fest wurde von Papst Urban IV. 1264 eingeführt. Es geht zurück auf eine Vision der später heilig gesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209. Sie soll beim Beten den an einer Stelle verdunkelten Mond gesehen haben. Christus habe ihr erklärt, der Mond stehe für die Kirche, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes zu Ehren der Eucharistie.