Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Pastoral

Der promovierte und habilitierte Theologe wird Nachfolger von Michael Kessler, der im Dezember 2009 in den altersbedingten Ruhestand verabschiedet wurde.

Fliethmann wurde im April 1962 in Beckum/Westfalen geboren, wo er 1981 das Abitur ablegte. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Nach dem Grundwehrdienst studierte er in Tübingen und Wien katholische Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte und schloss das Studium 1988 mit dem theologischen Diplom ab. 1996 wurde der damalige Wissenschaftliche Mitarbeiter des Tübinger Dogmatikprofessors Peter Hünermann mit einer Dissertation zu dem Thema „Vernünftig glauben. Zur Begründung der Theologie bei Georg Hermes (1775-1831)“ mit der Höchstnote summa cum laude zum Doktor der Theologie promoviert. Nach weiterer wissenschaftlicher Tätigkeit in Tübingen und in den USA folgte 2004 die Habilitation, mit der die Lehrbefugnis im Fach Dogmatik verbunden war. Die Habilitationsschrift befasste sich mit der „Struktur der Gotteslehre des Thomas von Aquin“ nach dessen Hauptwerk, der „Summa Theologiae“. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter wirkte der Privatdozent Fliethmann von 2006 bis 2008 gemeinsam mit dem Philosophen Johannes Brachtendorf am Tübinger Augustinuszentrum an der Übersetzung und Kommentierung des Werks „De Trinitate“ des antiken Kirchenlehrers Augustinus mit. An der Philosophischen Fakultät der Universität Köln vertrat er 2008 den Lehrstuhl für Systematische Theologie, im Wintersemester 2009/2010 nahm er eine Gastprofessur am Lehrstuhl für Philosophische Grundfragen der Theologie der Katholischen Universität Eichstätt wahr. Im Januar 2010 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen ernannt.

Neben einer umfangreichen Literaturliste in deutscher und englischer Sprache kann Thomas Fliethmann seit seiner Promotion auf ein breit gefächertes Programm von Lehrveranstaltungen verweisen, die er an den Universitäten Tübingen, Stuttgart-Hohenheim, Köln und Eichstätt gehalten hat. Andererseits hat er in seinem Schaffen stets die Brücke zwischen Wissenschaft, pastoraler Praxis und Fortbildung sowie zur Organisationsentwicklung geschlagen. Durch die Teilnahme an Kursen für Hochschuldidaktik hat er sich für eine zielgruppengerechte Wissensvermittlung qualifiziert. Seit über 20 Jahren ist er in der Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Rahmen der katholischen Erwachsenenbildung tätig. Aus seiner ebenfalls langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeit in der Tübinger St. Paulus-Gemeinde wird ihm u. a. Kooperationsfähigkeit und Kompetenz als Moderator sowie eine ausgeprägte Nähe zu den Belangen der Gemeindepastoral attestiert – vielfältige Gründe, ihn zur Leitung des Rottenburger Instituts für die Fort- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Diözese zu berufen.

Thomas Fliethmann tritt seine neue Stelle am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum 1. September 2010 an.

Dr. Thomas Broch