Bücher ermöglichen Teilhabe

Als Medienbischof der Deutschen Bischofskonferenz stehe er der geradezu explosiven Entwicklung im Bereich der „Neuen Medien“ grundsätzlich offen gegenüber. Zugleich sei er aber auch ein Freund des Buchs und besonders der religiösen Buchlandschaft und der kirchlichen Presse. Ein gutes Buch, so der Bischof, sei, „auch als haptisch erfahrbares Medium“, nicht einfach ersetzbar. Leseerlebnis und Leseerfahrung sei nicht mit der Weitergabe von Informationen gleichzusetzen. Besonders sei auch die Sprache der Bibel, des „Buchs der Bücher“ lebendige Handlung, die zugleich zur Handlung bewege. Inwiefern dies die „Neuen Medien“ auf vergleichbare Weise ermöglichten und einen eigenen inneren religiösen Prozess im Nutzer in Gang setzten, sei empirisch noch nicht erforscht.

Die Dynamik der Medienwelt, so Bischof Fürst, provozierte nahezu reflexartig Verurteilungen und Verklärungen. Zwischen denen, die darin den kulturellen Niedergang des Abendlands sähen, und solchen, für die die Anwendung der digitalen Medien die Überwindung großer gesellschaftlicher Probleme mit sich bringe, müsse die Kirche eine Medienethik entwickeln, deren Ziel Anregungen für eine menschendienliche Medien- und Kommunikationsordnung sei. Es gehe um die Frage, wie die medialen Umbrüche die gegenwärtigen und künftigen Vorstellungen der Menschen von einem sinnvollen Leben beeinflussten und wie die Menschenwürde geschützt werden könne. Ein wichtiger Punkt seien dabei die Möglichkeiten der kommunikativen Beteiligung der Menschen. Hier gehe es um Zugangsvoraussetzungen und Partizipationschancen und damit letztlich um Grundnormen von Gerechtigkeit.

Den Büchern attestierte Bischof Fürst: „„Sie verwurzeln uns und bringen uns in einen lebendigen Zusammenhang mit unserer Tradition und zugleich mit unseren Möglichkeiten als Menschen“, sagte Bischof Fürst. Sie ermöglichten dadurch Teilhabe, Communio. Vielen Menschen eröffneten sie auch Transzendenzerfahrungen. Das gelte keineswegs nur für religiöse Bücher.

Dr. Thomas Broch