Christentum ist die größte globale Friedenbewegung

Durch die ganze weihnachtliche Liturgie, so der Bischof, ziehe sich das Wort des Friedens. Dabei scheinen Terror und Krieg die Oberhand in der Welt zu gewinnen und auch in den Familien herrsche oft Kälte statt Gemeinschaft vor. „In diese Situation hinein empfangen wir an Weihnachten den tiefsten und schönsten Grund dafür, doch daran zu glauben, dass letztlich Frieden das Wort Gottes für unsere Welt und ihre Zwietracht ist, dass bei Gott und durch sein Kommen die Liebe und nicht der Hass das erste und letzte Wort hat.“

Zu Weihnachten sage Gott den Menschen einen neuen, umfassenden und die die Welt verwandelnden Frieden zu. „Friede meint das volle Heil Gottes für die Menschen, den wunderbaren und heilsamen Beginn der Nähe Gottes bei uns Menschen,“ so Bischof Fürst in seiner Weihnachtspredigt. Dieser Friede sei ganzheitlich. Mit der Geburt Jesu kündige sich ein Friedensreich an, das sich nicht auf politische Macht und Sicherheitsdoktrin stütze. Gott gehe vielmehr in Jesus Christus einen Weg der Erniedrigung und menschlichen Ohnmacht. In der Armseligkeit der Geburt des Messias kündige sich sein künftiger Weg an: „In Jesus wollte Gott keine andere Macht zum Heil der Menschen ausüben als die Macht der Liebe.“ Gott setze gegen Macht und Gewalt die unwiderstehliche Kraft der Liebe. „Jesus, jenes kleine, hilflose Kind in der Krippe wird diesen Weg der Menschwerdung Zeit seines Lebens ausgestalten. Er wird das leben, was Gott uns zu Weihnachten verkünden lässt.“ Er sei der „Friedensbringer aus dem Herzen Gottes“.

In den Seligpreisungen habe Jesus die Art und Weise beschrieben, wie Friede und Versöhnung unter den Menschen Wirklichkeit werden könnten. Gewaltlos und freundlich sollten die Menschen miteinander umgehen, denn selig seien die Friedfertigen. Jesus habe selbst im Sterben keinen Widerstand geleistet. So werde der Regelkreis von Unrecht tun und Unrecht heimzahlen unterbrochen, der Gewalt werde Einhalt geboten. Erlöst sei, wer so Frieden lebe. Im Machtkampf der Völker und politischen Gruppen sei das ein mühseliger Prozess, sagte der Bischof. „Wenn wir da, wo wir leben, gewaltlos miteinander umgehen, zum Frieden und zur Versöhnung bereit sind, auf Schlag und Gegenschlag verzichten, wird dies nicht ohne Wirkung bleiben auf den Friedensprozess im Ganzen der Welt.“ Das Christentum sei die „größte globale Friedensbewegung der Welt und der Menschheit“, so der Bischof von Rottenburg-Stuttgart. „Kirche ist damit nicht nur weltweit zukunftsfähig, sondern geradezu Zukunft eröffnend“. Überall in der Welt, wo christliche Gemeinden die Friedensbotschaft lebten, sei die neue Welt schon angebrochen.

Dass die Botschaft Jesu vom Friedensdienst in der Welt keine weltfremde Utopie sei, zeige sich an der Weisung an die Jünger wegzugehen, wenn jemand die Worte nicht hören wolle, und den Staub von den Füßen zu schütteln.

Jesus fordere die Menschen auf, in ihren Herzen, in ihrem Zusammenleben und in ihren Gesellschaften und Lebenswelten mit allen Kräften, mit Geduld und Beharrlichkeit zu Frieden und Versöhnung beizutragen. Wenn die Menschen sich dabei auf Gott mit seiner verschwenderischen Liebe verlassen, dann würden die Bemühungen nicht scheitern. Bischof Gebhard Fürst wünschte den Glaubenden in diesem Sinne friedvolle Weihnachten.