„Christliche Kulturschätze neu entdecken“

Eine im christlichen Glauben gründende Kultur ermögliche es dem Menschen, „Zeiten zu gliedern und das Leben zu deuten“, sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Mittwoch in Stuttgart bei der Würdigung der Preisträger des Schülerwettbewerbs „Christentum und Kultur“. Orientierung in einer von extremem Wertepluralismus bestimmten Gesellschaft werde immer schwieriger.

Christlich geprägte Kultur könne das Leben menschlich gestalten und bestehen helfen, betonte Bischof Fürst. Nur wenn der Himmel offen bleibe, könne der Mensch der Gefahr entrinnen, sich „in seinen egoistischen Konsumwelten, deren Eindimensionalität und Langeweile“ zu verfangen. Ansonsten führe der Verlust der Transzendenz in einer Konsumgesellschaft „zur Zeitknappheit und zur alles dominierenden Angst, jetzt ja nichts zu versäumen“. Die Kirche hat dem Bischof zufolge die Aufgabe, als „Platzhalter des ganz anderen“ zu mehr Gerechtigkeit, Lebensqualität und Freiheit zu inspirieren.

Bischof Fürst übergab bei der Würdigung Geld- und Buchpreise. Der seit dem Schuljahr 2002/2003 jährlich von den beiden Diözesen und den beiden Landeskirchen in Baden-Württemberg ausgelobte Wettbewerb zeichnet Schüler der gymnasialen Oberstufe aus, die mit ihren vom Kultusministerium als „besondere Lernleistung“ anerkannten Arbeiten herausragend den Zusammenhang von Christentum und Kultur in der Gesellschaft herausstellen.

Im Wettbewerb 2006/2007 kamen Nina Bessei und Teresa Knorz vom Freiburger St. Ursula-Gymnasium mit ihrer Arbeit „Salome in der Kunst: Verführerin oder Verführte – Täterin oder Opfer?“ auf den mit 500 Euro dotierten ersten Platz. Den zweiten Platz (300 Euro) teilen sich Sarah Richter vom Rottenburger St.-Meinrad-Gymnasium („Der Papstbesuch in der Türkei“) und Leonie Heise vom Gymnasium Achern („Erfüllung des letzten Wunsches oder ‚Lizenz zum Töten’?“). Den dritten Platz (200 Euro) teilen sich Schüler aus sechs Gymnasien. 81 Schüler/-innen hatten 61 Arbeiten eingereicht.