Christliche Solidarität im heimatlichen Nahbereich und in der Weltkirche

In einer Feierstunde am Sonntag, 13. November 2011, im Rottenburger Bischofshaus sprach ihnen der Bischof seines Anerkennung und seinen Dank aus. Sie bewährten sich im heimatlichen Nahbereich ihrer Kirchengemeinden und ihrer Wohnorte als glaubwürdige Christen, betonte der Bischof; ebenso trügen viele von ihnen auch für die Weltkirchliche Arbeit der Diözese und in den Beziehungen zu Partnern in den Schwesterkirchen weltweit Mitverantwortung. Die Einheit von Ortskirche und Weltkirche werde darin ebenso deutlich wie die Tatsache, dass Nächstenliebe keine Grenzen kenne, betonte Bischof Fürst.

Mit der Martinusmedaille geehrt wurden

Patriz Abele (78) aus Sachsenheim im Dekanat Ludwigsburg. In seiner Gemeinde St. Franziskus gehörte er 40 Jahre dem Kirchengemeinderat an und kümmerte sich mit großem Einsatz um umfangreiche Bauprojekte. Sein Herz schlägt bis heute für die Missionsarbeit, für die er mehrere Initiativen begründete. Als Sänger stärkte er über 25 Jahre den Kolpingchor, im Liederkranz singt er seit 44 Jahren und bis heute. 1972 gehörte Patriz Abele zu den Gründern des ökumenischen Arbeitskreises.

Hans-Dieter Bolten (70) aus Essingen im Dekanat Ostalb. Der promovierte Jurist und Hochschullehrer gehört seit über 30 Jahren dem Kirchengemeinderat der Pfarrei Herz Jesu an, 25 davon als Zweiter Vorsitzender. Bis heute ist er auch Diözesanrat. Ihm sind zahlreiche Initiativen in der Jugend- und in der Seniorenarbeit, in der Ökumene, in der Missionsarbeit und bei Bauvorhaben zu verdanken. Unter hohem persönlichen, auch finanziellen Einsatz, engagiert er sich für die Mission, vor allem in Indien. Seit 1980 gehört Hans-Dieter Bolten auch dem bürgerlichen Gemeinderat an; seit 1984 ist er stellvertretender Bürgermeister.

Bernhard Buck (77) aus Rottenburg-Wurmlingen. Der Kolpingsohn mit Leib und Seele hat sich in seiner Pfarrei St. Briccius außerordentlich eingesetzt für die Renovierung der Kirche und der Wurmlinger Kapelle. Maßgeblich war er 1960 beteiligt an der Gründung der Kolpingfamilie vor Ort. Vor 30 Jahren rief Bernhard Buck die Aktion „Sr. Edith“ ins Leben zur Unterstützung der aus Wurmlingen stammenden gleichnamigen Schönstatter Marienschwester. Sie arbeitet in Elendsvierteln in Santiago de Chile. Seit Gründung der Aktion konnten über 200.000 Euro nach Chile überweisen werden.

Thomas Eisele (52) aus Munderkingen im Dekanat Ehingen/Ulm. Nach einer schwierigen Zeit der Genesung von einer Alkoholerkrankung setzte und setzt sich der in der Gemeinde St. Dionysius gut beheimatete Kolpingsohn für alkoholkranke Menschen ein, engagiert sich bei den Anonymen Alkoholikern und besucht Kranke in der Suchtklinik. Auch am Arbeitsplatz setzt er sich unter anderem als Betriebsrat und Suchtkrankenhelfer für alkoholkranke Menschen ein. Seine Lebenserfahrung stellte er bis vergangenes Jahr auch der Betriebsseelsorge zur Verfügung.

Christina Heinecke (59) aus Bad Urach im Dekanat Reutlingen/Zwiefalten. Die aus Indonesien stammende Mutter von drei Kindern, die seit elf Jahren dem Kirchengemeinderat von St. Josef angehört, engagiert sich besonders für die Missionsarbeit. Auf eigene Kosten besucht sie Projekte in ihrem Herkunftsland, auf den Philippinen und in der Türkei. In der heimischen Kirche sorgt sie sich um den Blumenschmuck, um Sauberkeit und Ordnung. Der Uracher Arbeitskreis Integration profitiert von Christina Heineckes interkultureller Kompetenz. Seit sechs Jahren kocht die Zweite Vorsitzende der Bürgerstiftung Bad Urach für den Offenen Mittagstisch, der einsamen Menschen und solchen mit schmalem Geldbeutel gut tut. Ihre Kochkunst gibt sie auch in Kursen für die Gemeinde und für die Volkshochschule weiter – dort zuletzt Hartz IV-Empfängern unter dem Titel „Kochen für den kleinen Geldbeutel“.

Luise Jungerth (74) aus Herbrechtingen im Dekanat Heidenheim. Die verwitwete Mutter von fünf Kindern kann als gute Seele von St. Bonifatius bezeichnet werden: seit 1990 Lektorin, seit 1992 Kommunionhelferin, seit 2000 Chorsängerin, seit 2003 Aushilfsmesnerin und Leiterin von Wort-Gottes-Feiern. Vor 40 Jahren initiierte sie Altennachmittage, die sie bis heute leitet. Große Verdienste erwarb sie sich um die Gemeindeerneuerung, in deren Rahmen 1992 Impulse aus Basisgemeinden Lateinamerikas nach Herbrechtingen gelangten. Luise Jungerth gehört dem Krankenhausbesuchsdienst an, ist aktiv bei der ökumenischen Seniorenfreizeit und führt bis heute die 1976 ins Leben gerufene Aktion „8 um einen Topf“, bei der Freundschafts- und Fastenessen zur Unterstützung sudanesischer Familien organisiert werden.

Norbert Kindler (68) aus Esslingen im Dekanat Esslingen/Nürtingen. Vor allem nach seinem Eintritt in den Ruhestand übernahm er mehr und mehr ehrenamtliche Aufgaben in der Gemeinde St. Paul und in deren Umfeld: Lektor, Gesamtkirchengemeinderat, Förderverein Münster. Auch der Caritasverband vor Ort schätzt ihn als verlässlichen Stützpfeiler. Er arbeitet im CariSatt-Laden mit, in der Vesperkirche oder beim „Esslinger Zeitungslauf – laufend engagiert gegen Armut“.

Maria Müller (78) und Juliane Nesnidal (75) aus Bopfingen im Dekanat Ostalb. Sie sind Helferinnen vielfach dort, wo seelische oder materielle Not herrscht. So gründeten die beiden Frauen den Besuchsdienst der Kirchengemeinde St. Josef für Jubilare, besuchen Kranke und springen in familiären Notsituationen ein. Ob in der vor 27 Jahren gegründeten Hausaufgabenhilfe vor allem für türkische Kinder, beim Geschenke basteln fürs Altenheim oder bei der Gründung und Organisation der Pfarrei-Kleiderkammer – Maria Müller und Juliane Nesnidal waren oder sind dabei. Vor 46 Jahren gründete Maria Müller den Katholischen Frauenbund vor Ort und leitet ihn seit damals. Beide Frauen betreuten Asylbewerber aus Afrika, versorgten drei Monate lang Flüchtlinge aus der DDR im Gemeindehaus und organisierten Hilfslieferungen nach Polen. Auch in Übersee wirken die beiden Bopfingerinnen segensreich: mit Missionsprojekten in Uganda und Indien.

Hubert Nitsche (83) aus Bopfingen im Dekanat Ostalb. Bis 2010 fungierte er insgesamt 45 Jahre lang als Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates von St. Josef. Besonders hebt die Gemeinde seinen Einsatz für die Renovierung von Nikolauskirche sowie den Bau von Pfarrsaal und Umbau des Pfarrhauses hervor. Vor 26 Jahren gründete Hubert Nitsche die Kirchliche Sozialstation und arbeitete dort von Anfang an ehrenamtlich mit. Der verwitwete Vater eines Sohnes gründete die Fördergemeinschaft für Krankenpflege und organisierte im Kreis der Altbürgermeister des Alt-Landkreises Aalen die Betreuung der Witwen verstorbener Bürgermeister. In Bopfingen gilt er als auf vielen weiteren Feldern ehrenamtlich tätige „Institution“.

Josef Schneider (71) aus Ludwigsburg im Dekanat Ludwigsburg. Kontinuität zeichnet den verwitweten Vater einer Tochter aus. Seit über 40 Jahren engagiert er sich in St. Paulus ehrenamtlich. So organisiert er seit seiner Jugend bis heute Freizeiten für junge Leute, hat die Sternsingeraktion eingeführt ebenso wie die 72-Stunden-Aktionen. Auch ältere Menschen profitieren von der Tatkraft Josef Schneiders: Gebrechlichen hilft er im Haushalt oder repariert hier und dort, wo es nötig ist. Auch in der Stadt ist er bekannt für herausragendes bürgerschaftliches Engagement.

Albert Sigg (84) aus Bad Saulgau im Dekanat Saulgau. Das Herz des ehemaligen langjährigen Kirchengemeinderates von St. Johannes Baptist schlägt für Mission und Entwicklungszusammenarbeit. Jahrzehntelang war er Vorstand der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in Saulgau und stellte auch diese Arbeit in den Dienst von Menschen in der Einen Welt: Lebensmittel-, Geld-, Papier- und Glassammlungen für Afrika und Rumänien. Tonnenweise landwirtschaftliches Gerät kamen auf Initiative des langjährigen ehrenamtlichen Richters ebenso auf den Schwarzen Kontinent wir Ausstattung für ein Krankenhaus. Das Ehepaar Sigg spendet jedes Jahr 150 selbst gebackene Früchtebrote an obdachlose Menschen in Stuttgart, München und Karlsruhe.

Dr. Angelika Sischka (63) aus Sindelfingen im Dekanat Böblingen. Mit ihrer Person steht sie für das Engagement vieler Initiativen im kirchlichen und städtischen Umfeld, in denen sie sich einsetzt. Seit über 35 Jahren gehört sie der inzwischen mit St. Joseph zusammengeschlossenen Gemeinde St. Paulus an, und so lange auch dem Kirchengemeinderat. 25 Jahre fungierte sie als Zweite Vorsitzende in St. Paulus, derzeit ist sie stellvertretende Zweite Vorsitzende in St. Joseph. Seit drei Jahren steht sie dem Katholischen Krankenpflegeverein vor. Für innerdeutsche Verständigung setzt sie sich in der Städtepartnerschaft mit Torgau ein. Sie gebe mit ihrem Engagement in der Gesellschaft und im Sozialwesen Gesicht und Stimme, wie die Gemeinde betont.

Dietlind Wißkirchen (72) aus Markgröningen im Dekanat Ludwigsburg. Vor 20 Jahren begründete sie das Fastenessen „Gemüse statt Sonntagsbraten“ mit, zu Gunsten des Hospitals der Münsterschwarzacher Missionsbenediktiner im tansanischen Peramiho. 45 Jahre bereits schafft sie für den Weihnachtsbazar, dessen Erlöse ebenfalls für Benefiz-Projekte verwendet werden. Dietlind Wißkirchen initiierte vor 20 Jahren die Haus- und Familienpflege und arbeitet seit 10 Jahren beim sonntäglichen Kaffeedienst Behindertenheim mit, dessen Organisation 30 Mal im Jahr die Gemeinde Heilig Geist übernimmt. Im Frauenbund, dem sie seit 25 Jahren angehört, gestaltet sie die Jahresprogramme; sie singt im Kirchenchor und ist als Gestalterin von Krankennachmittagen mit Kaffee und Kuchen sowie anschließendem Gottesdienst mit Krankensalbung geschätzt und beliebt.

Dr. Thomas Broch