Christliches Profil ist heilsam für die Welt

Den „großen und bedeutenden Orden der Benediktiner“ rief der Bischof auf, den Konvent in Weingarten tatkräftig zu unterstützen. Das Kloster brauche die Söhne des heiligen Benedikts als „religiöses und spirituelles Herz Oberschwabens“. Zum Martinstag erinnerte der Bischof an die Tat des Heiligen Martin, den Diözesanpatron der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Heilige veranschauliche bildlich, was der Satz „Liebt einander“ meine. Martin gehe nicht an der Not anderer vorbei, sondern rette den Armen vor dem Tod in der Kälte. „So wird Martin im Moment seiner Tat zum leuchtenden, zum anstiftenden, zum mitreißenden Vor-Bild für uns alle“, so der Bischof. Auch der Papst habe den Heiligen „als sinnenfälliges Zeichen und anstiftendes Beispiel christlicher Lebens- und Liebespraxis vorstellt“. Menschen wie der Heilige Martin, die ganz konkret und in Liebe handelten, hätten ein deutliches Profil der Liebe Gottes in unserer Welt. So würden sie zum Vorbild, hier und heute ebenso zu handeln und damit die Welt nach dem Bild Gottes heilsam zu verwandeln. Indem Martin Gutes tue, werde er nicht arm, sondern begegne Christus selbst. Menschen, die gäben, gewinnen „Ewigkeit in der Zeit und darüber hinaus“. „Wer sich in Liebe den anderen zuwendet, der wird in ihnen Gott selbst finden.“

Die Botschaft am Martinstag laute: Menschen, die geben, verlieren nicht, ihr Leben wird vielmehr reich. Der Heilige Martin sei Vorbild darin, für andere heilsam zu handeln. „So gewinnen wir christliches Profil, so werden auch wir zu anstiftenden Vor-Bildern, die andere Menschen mitreißen können“, so Bischof Fürst. Die Christen, als Gemeinde, als Diözese und als Kirche insgesamt gäben so ein ermutigendes Zeichen in der Zeit, ein Zeichen, das diese Zeit dringend nötig habe. Es werde auch zum missionarischen Impuls für andere. Es komme auf die Identität von Glauben und Leben, von Reden und Handeln an. „Wenn wir heute Menschen erreichen wollen, dann überzeugt vor allem die Einheit von der Botschaft, die wir verkünden, und den Taten, die glaubwürdig für diese Botschaft sprechen“, so der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Der Bischof wies darauf hin, dass die Basilika in Weingarten dem Heiligen Martin geweiht sei. Sie stehe seit 950 Jahren unter dem Schutz des Heiligen Martin. Ausdrücklich ging der Bischof auf die Bedeutung der Basilika ein: „Sie ist für die Frömmigkeit, die Kultur und vor allem das christliche Leben in der Stadt, der Region und weit darüber hinaus so wichtig, dass wir gemeinsam alles tun müssen, um Kloster und Gemeinde in eine gute Zukunft zu begleiten.“ Sei sei ein Zeichen, das den Menschen unserer Zeit den entscheidenden Hinweis geben kann, wie christliches Leben gelingen kann.