Christsein heißt ein Leben in der Praxis der Liebe

Jeder kenne die Situation, dass man einen Auftrag annehme und spüre, dass sich damit alles ändere, so der Bischof in der Marienkirche. Jeder kenne auch den Moment danach, wenn der Mut zusammensacke und man sich nicht recht zutraue, Ja zu sagen. Die Gottesmutter Maria sei in so einer Situation dem Ruf Gottes gefolgt und hatte in Elisabeth eine Begleiterin. So konnten sie gemeinsam ihren Mut und ihren Glauben zusammenlegen und einen neuen Beginn wagen. Solche Begleiter wie Elisabeth können auch die Mitglieder des Katholischen Blinden- und Sehbehindertenwerks für die behinderten Menschen sein. Sie geben Hilfestellungen und Halt, damit die Behinderten Wege wagen können, die für sie allein eine „wirklich heil-lose Überforderung“ wären.

Von Maria können die Menschen lernen, „unmögliche Wege des Neubeginns“ zu gehen, so der Bischof, und ganz neue Herausforderungen anzunehmen. Sie habe uns die Hoffnung auf die bleibende Treue der Liebe Gottes vorgelebt. Doch auch Marias Glaube musste im Leben wachsen und sich bewähren. Gerade deshalb könne sie uns zur Glaubensschwester werden. Von Maria lasse sich vor allem lernen, dass alles von Gott komme. „Von ihm her soll der Mensch sich verstehen, von ihm alles erwarten, und ganz offen sein für sein Wort, bereit sein zu tun, was Gott von ihm erwartet“, so Bischof Gebhard Fürst.

Im Frühjahr 1976 wurde in Stuttgart das Katholische Blindenwerk gegründet, ein halbes Jahr später die Regionalgruppe Schöntal. Sie veranstaltet Bildungs- und Freizeitangebot für Blinde und Sehbehinderte mit religiösen Schwerpunkten.