Investitur

„Christus den Weg ins Heute unseres Lebens ebnen"

Michael Windisch ist neuer Pfarrer der Seelsorgeeinheit Wasseralfingen-Hofen (Dekanat Ostalb). Screenshot: Livestream Seelsorgeeinheit Wasseralfingen-Hofen

Ein herzliches Willkommen hat die Seelsorgeeinheit Wasseralfingen-Hofen ihrem neuen Pfarrer Michael Windisch bereitet.

Bei der Investitur in der Kirche St. Stephanus in Wasseralfingen deutete der stellvertretende Dekan Dr. Pius Adiele das Leitwort des Dritten Advents – „Gaudete" (lateinisch „Freut Euch!") – in zweifacher Hinsicht: die Freude über die nahende Ankunft Jesu Christi und die Freude, dass die Seelsorgeeinheit 4 im Dekanat Ostalb nach nur sechs Monaten Vakanz einen neuen Pfarrer bekommt. Als einen Priester mit viel Erfahrung, der sein Amt und seine Berufung kennt, stellte Adiele den neuen Pfarrer vor, der zuletzt 15 Jahre lang Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ellwangen war.

Michael Windisch, der aus Göppingen-Faurndau stammt, hat in Tübingen und Wien Theologie studiert. Nach seiner Priesterweihe 1989 war er Vikar in Ellwangen und in Bad Saulgau. Von 1993 bis 2006 wirkte er als Pfarrer in Lippach und in Westhausen, von 2003 an zusätzlich als Administrator in Lauchheim, in Hülen und in Röttingen, die heute die Seelsorgeeinheit Kapfenburg bilden. 2006 wurde Windisch Pfarrer von St. Vitus und Administrator von St. Wolfgang in Ellwangen, von 2014 an auch Pfarrer in Heilig Geist in Ellwangen und St. Patrizius in Eggenrot. Von 1996 bis 2013 war Pfarrer Windisch stellvertretender Dekan des einstigen Dekanats Ellwangen und dann des 2006 neu gegründeten Dekanats Ostalb. Im Seligsprechungsprozess für den Volksmissionar Pater Philipp Jeningen (1642 bis 1704) wirkte er als Vizepostulator.

Kein Mangel an Aufgaben und Herausforderungen

Der stellvertretende Dekan Dr. Adiele dankte allen Seelsorgern, die die Zeit der Vakanz überbrückt haben, allen voran Pater Jens Bartsch von der Landpastoral Schönenberg, der das Amt des Administrators übernommen hatte. Nach dem Verlesen des Ernennungsschreibens des Bischofs durch den Gewählten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats Hofen, Stefan Hafner, legte Pfarrer Windisch sein Dienstversprechen ab und sprach das Glaubensbekenntnis. Mit dem Geleit zum Priestersitz durch Dr. Adiele war Michael Windisch offiziell als Pfarrer der Kirchengemeinden St. Stephanus in Wasseralfingen und St. Georg in Hofen eingesetzt.

„Wir sind froh und dankbar, dass wir mit Ihnen wieder einen erfahrenen Pfarrer erhalten, der sich den vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben in unseren Gemeinden annimmt“, hieß Jutta Schaff, Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Wasseralfingen, den neuen Pfarrer willkommen. An Aufgaben und Herausforderungen werde es aufgrund der aktuellen Situation sicherlich nicht mangeln, sagte sie und versprach eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ermutigt durch den offenen und freundlichen Empfang, der ihm bereitet worden sei, sagte Pfarrer Windisch, freue er sich darauf, „dass ich von jetzt an mit Ihnen zusammen als Seelsorgeeinheit Wasseralfingen-Hofen und zusammen mit den Christinnen und Christen anderer Konfessionen unseren Glauben und unsere Zugehörigkeit zu Jesus Christus leben und feiern können“.

Was sollen wir tun?

Die Frage „Was sollen wir also tun?“, mit der Johannes der Täufer im Evangelium des dritten Adventssonntags von den Leuten konfrontiert wird, stellte Windisch in den Mittelpunkt seiner Predigt. Die Frage werde verständlich, wenn man den Abschnitt kurz vorher im Lukasevangelium in den Blick nehme, wo Johannes der Täufer all die Menschen, die keine Früchte ihrer Umkehr bringen, vor dem Zorngericht Gottes warnt. Was sollen wir tun? – Anlässe, diese Frage zu stellen, gebe es auch heute wahrlich genug: „Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, all das, was die Menschen beschäftigt und bewegt, alles das, was das Leben beeinflusst und prägt“, beschäftige auch uns als Christinnen und Christen – etwa angesichts der Pandemie, „angesichts der Gräben und der Mauern, die unsere Gesellschaft mehr und mehr spalten“, angesichts von Umweltkatastrophen und Klimawandel, aber auch mit Blick auf die Aufgabe, „Kindern und Jugendlichen eine gute Zukunft zu bereiten und den alten Menschen einen Lebensabend zu ermöglichen, in dem sie den Dank für das Geleistete erfahren“, und mit Blick auf die Armen, die es auch bei uns gibt. Mittendrin in all dem fragten katholische Christinnen und Christen aber auch: „Was sollen wir tun, damit wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu Christi seinen Auftrag glaubwürdig erfüllen können, seine Botschaft und ihn selbst überall zu verkünden und zu bezeugen?“

Viele kleine, persönliche Schritte

Johannes der Täufer gebe den Menschen keine pauschale Antwort, sondern schaue auf die Lebensumstände der einzelnen Person. Dennoch bleibe das Ziel für alle gleich: „Es geht darum, sich dem zu öffnen, den Gott als den Christus, den Messias, den Herrn verheißen hat.“ Würde Johannes den Täufer heute gefragt, so Windisch weiter, würde er genauso wie damals sagen: „Schaut euch euer konkretes Leben an. Überlegt euch, wie ihr durch euer Denken und Tun die Freude über die Nähe und Gegenwart Jesu Christi und in ihm die Nähe und Gegenwart Gottes, die euch schon jetzt erfüllen darf, sichtbar machen könnt.“ Es seien „die vielen kleinen, persönlichen Schritte, die wir glaubwürdig und infolgedessen überzeugend tun, die den Weg für Christus ebnen. Solche Schritte mit Ihnen zu überlegen und zu wagen und dadurch Christus den Weg ins Heute unseres Lebens und des Lebens unserer Mitmenschen zu bereiten und zu ebnen, wird meinen Dienst als Pfarrer in Ihrer Mitte bestimmen“, versprach Windisch.

Für die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen sprach am Ende des Gottesdienstes Pfarrer Uwe Quast ein Grußwort. Im Namen der Stadt Aalen und der beiden Stadtbezirke hieß die Wasseralfinger Ortsvorsteherin Andrea Hatam Pfarrer Windisch willkommen. Vor der Stephanuskirche wurde der neue Pfarrer von einem Ensemble der SHW-Bergkapelle sowie Fahnenabordnungen von Vereinen aus Wasseralfingen und Hofen begrüßt.