Christus im priesterlichen Amt lebendig darstellen

Die beiden Diakone, die damit am Ziel ihrer Vorbereitung auf den Priesterberuf angelangt sind, sind Sven Jagst (27) aus Aalen-Dewangen und Tobias Knoll (27) aus Bad Friedrichshall-Kochendorf.

Die Kirche brauche Priester, sagte Bischof Gebhard Fürst in seiner Predigt im Weihegottesdienst. „Sonst ist sie nicht mehr das, was sie sein soll, nämlich eucharistische Kirche: Kirche, die aus Wort und Sakrament, aus der Verkündigung der Frohen Botschaft und der Feier der Eucharistie lebt.“ Die Weihe, so sprach Bischof Fürst die beiden angehenden Neupriester an, dass sie „mit Gottes Geist erfüllt und in seinem Geist befähigt werden, Christus darzustellen in der Vollgestalt seiner Liebe.“ Das priesterliche Amt habe darin seine Wurzeln. Der Dienst des Priesters mache sie in ihrer Person „zu Verkündern der in Christus uns leibhaftig begegnenden Liebe Gottes mit Geist, Herz und Verstand“, sagte der Bischof. Der Priester sei ein „in Christus Lebender und von seinem Geist und Sein ganz Durchdrungener.“ Nur so sei der Anspruch nicht anmaßend, „im priesterlichen Amt Christus in seinem Leben und Wirken lebendig darzustellen“.

Sven Jast wurde im Oktober in Ellwangen an der Jagst geboren. Seine Heimatgemeinde ist die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Aalen-Dewangen. Nach Schulzeit und Abitur in Aalen im Jahr 2000 leistete er seinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz. Kreisverband Aaalen. Zum Theologiestudium zog es ihn im Jahr 2001 zunächst an die Katholische Universität Eichstädt-Ingolstadt, die er mit dem Vordiplom verließ. Es folgte ein Studienjahr in Wien. Im Wintersemester 2004 setzte Sven Jast dann sein Studium in Tübingen fort, wo er es im Sommer 2006 mit der Kirchlichen Hauptprüfung abschloss. Seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt legte er auf die Bibelwissenschaft; über die Segensverheißungen in der Genesis, dem ersten Buch des Alten Testaments, schrieb er seine Diplomarbeit. Im August 2006 trat Jast in das Rottenburger Priesterseminar ein und wurde im März 2007 in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart zum Diakon geweiht. Seelsorgspraktische Erfahrungen erwarb er im anschließenden Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz im Dekanat Rottenburg, zu der die Mössingen, Bodelshausen, Dußlingen, Gomaringen und Nehren gehören. Sven Jast ist auch Kirchenmusiker; seit 1998 ist er als nebenberuflicher Organist in seiner Heimatgemeinde in Aalen-Dewangen tätig.

Tobias Knoll wurde im September 1980 in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) geboren und ist in Bad Friedrichshall-Kochendorf zu Hause. Nach dem Abitur, das er im Jahr 2000 in Heilbronn ablegte, besuchte er zunächst das Theologische Vorseminar Ambrosianum in Ehingen an der Donau, um die für das Theologiestudium notwendigen alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch zu erlernen. Von 2001 bis 2003 studierte er in Tübingen Katholische Theologie, nach dem Vordiplom setzte er 2003 das Studium an der Theologisch-Philosophischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt fort. Die letzte Studienphase verbrachte zwischen 2004 bis 2006 wieder in Tübingen und schloss mit der Kirchlichen Hauptprüfung ab. Der theologische Schwerpunkt, dem er seine Zulassungsarbeit zum Diplom widmete galt im Fach Praktische Theologie der Auseinandersetzung mit dem Trauerprozess von Kindern. Während des Studiums absolvierte er Praktika in der Altenpflege, in der Jugendarbeit und in der Gemeindeseelsorge. Im September 2006 trat Tobias Knoll in das Rottenburger Priesterseminar ein und wurde im März 2007 in St. Eberhard in Stuttgart zum Diakon geweiht. Im darauf folgenden Diakonatsjahr war er in der Seelsorgeeinheit Eichenberg im Dekanat Rottenburg tätig, zu der die Gemeinden Hirrlingen, Dettingen, Hemmendorf, Schwalldorf und Frommenhausen gehören.