„Dabei sein.“

In den 1.038 deutschsprachigen Kirchengemeinden und den 99 katholischen Gemeinden der Katholiken anderer Muttersprachen in der Diözese werden am 13./14. März 2009 etwa 10.000 Kirchengemeinderäte bzw. Pastoralräte für eine Wahlperiode von fünf Jahren gewählt. Wahlberechtigt sind etwa 85 Prozent der 1,94 Millionen Katholiken, die in der württembergischen Diözese leben.

„Dabei sein“ – das bedeutet sowohl, sich als Kandidatin oder Kandidat zur Verfügung zu stellen als auch zu wählen. „Die Lebendigkeit und der Reichtum des Gemeindelebens sind auf die Mitgestaltung engagierter Christinnen und Christen angewiesen“, wirbt Bischof Gebhard Fürst. Das Zweite Vatikanische Konzil, so der Bischof, habe mit seiner Hochschätzung der Laien in der Kirche den Weg für die Entwicklung der kirchlichen Rätestrukturen geöffnet. Seit über 40 Jahren sei die Mitwirkung von Menschen unterschiedlichster Kompetenz aus dem Leben der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht mehr wegzudenken.

Seit 1. September läuft der Countdown. Allen Kirchengemeinden wurde eine zweibändige Arbeitshilfe zugesandt mit Vorschlägen zur Gottesdienstgestaltung, Meditationen zu den Motiven der Wahlposter, Hilfestellungen für die Gewinnung der Kandidaten, mit Terminplänen, organisatorischen Hinweisen, Formularen und anderem mehr. „Hingucker“ sind die Poster zur Wahl. Die Diözese hat sich für ein unkonventionelles, mit Verfremdungen arbeitendes Gestaltungskonzept entschieden, die Angebote der Kirche für die Menschen auszurücken. „Sinn suchen?“ steht als Frage über einer jungen Frau, das sich unter einen Tisch bückt – auf der Suche wonach? „Gemeinschaft erleben?“ – diese Frage wird kontrastiert durch eine erkennbar einsame Frau. Der mp3-Player am Ohr eines Jugendlichen steht im Widerspruch zu der Frage: „Stille spüren?“ Und über dem Kopf, der sich hinter dem Börsenteil der Zeitung versteckt, steht die provozierende Frage: „Hilfe finden?“ Die Gesichter der dargestellten Personen sind außerhalb des Bildes – jede Betrachterin und jeder Betrachter kann sich selbst an deren Stelle versetzen, sich deren Fragen zu eigen machen oder über eigene Existenzfragen nachdenken. Unter jedem der insgesamt vier Motive steht der Satz: „Kirche lebt auch an Ihrem Ort.“ Es geht – das ist die Botschaft – bei der Kirchengemeinderatswahl um mehr als um einen organisatorischen Vorgang. Es geht um die Präsenz und Lebendigkeit einer Kirche, in der Menschen dort, wo sie leben, Gemeinschaft und Hilfe finden, Stille und Spiritualität erleben, sich mit Fragen nach dem Sinn ihres Lebens auseinandersetzen und im Glauben Antworten finden können.

Unter der Internetadresse www.dabeisein.drs.de ist alles über die Kirchengemeinderats- und Pastoralratswahl 2010 zu finden: Bildmotive, meditative Texte, alle wichtigen Hinweise zur Durchführung bis hin zu elektronischen Druckvorlagen für Formulare und Prospekte, die dem lokalen Bedarf entsprechen. In Videos mit so genannten „Testimonials“ berichten Gemeindemitglieder, warum sie sich in den kirchlichen Gremien engagieren. Und wer Portrait und „Steckbrief“ der Kandidatinnen und Kandidaten seiner heimatlichen Kirchengemeinde anschauen will, findet ab November 2009 per Mausklick Zugang dazu.