Dach überm Kopf für Arme und Schwache

Rottenburg/Friedrichshafen. 12. November 2015. Ein bundesweit einzigartiges Haus für obdachlose Menschen hat Bischof Gebhard Fürst in Friedrichshafen am Bodensee eingeweiht. Er gab dem von der katholischen Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen getragenen Neubau am Donnerstagabend den Segen. Es gilt als bundesweit einmalig, dass eine katholische Stadtgemeinde eine solche Einrichtung trägt. „Sie ist ein Zeichen dafür, dass Christen bereit sein sollen, allen Menschen in Not beizustehen und sie nicht auszugrenzen“, betonte Bischof Fürst.

„Die Herberge“ bietet Wohnplätze für 24 Männer und Frauen, einschließlich einem Angebot Betreutes Wohnen für 6 Menschen. In der Tagesstätte finden 35 Menschen Platz. Sie dürfen sich dort aufhalten, ohne etwas zum Essen kaufen zu müssen. Sie können dort aber auch ein Mittagessen bekommen, sich waschen und ihre Kleider reinigen. Auch eine medizinische Ambulanz steht bereit. In der ins Haus integrierten Fachberatung informieren Sozialarbeiter in rechtlichen und sozialen Fragen. Die beiden katholischen Stadtdiakone Bernd Strohmaier und Ulrich Föhr machen geistliche Angebote und stehen für Gespräche zur Verfügung.

Der erste Spatenstich für das Haus erfolgte vor zwei Jahren am Martinstag. Das mit einem Finanzaufwand von 3 Millionen Euro behindertengerecht errichtete und von Stefan Zorell geleitete Haus erhält vom Land Baden-Württemberg eine Million Euro; dazu kommen 330.000 Euro von der Aktion Mensch und aus dem Etat der Bodenseestadt 125.000 Euro. Die katholische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen steuerte aus ihrem Etat 200.000 Euro bei, 30.000 Euro sammelten bisher die zehn Kirchengemeinden für „Die Herberge“. Einen Kredit in Höhe von 900.000 Euro bedient der Landkreis.