Dank an die Diözese für hervorragende Kooperation

Diese Ausgrabungen hatten zur Entdeckung eines romanischen und eines karolingischen Vorgängerbaus mit einer äußerst seltenen Dreiapsidenanlage geführt. Die Archäologen vermuten aufgrund der bisherigen Funde, dass die Kirche mit einem bedeutenden Grafensitz in Verbindung gestanden haben könnte und ihre Geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach bis in die Epoche der Christianisierung zurückreicht.

Im Vorfeld des bundesweiten Tags des offenen Denkmals am kommenden Sonntag startete Rust heute in Rottenburg seine viertägige Denkmalreise durch alle vier Regierungsbezirke des Landes. Ganz bewusst wurde die Sülchenkirche als eine Station auf dieser Informationsreise ausgewählt, denn laufende Innenausgrabungen – zumal von solch historischer Bedeutung – seien sehr selten, so Rust. „Ich will mit der Denkmalreise die hohe Bedeutung der Denkmalpflege für die Landesregierung verdeutlichen“, sagte Rust. Sein Ziel sei es, Sensibilität bei Eigentümern und in der Öffentlichkeit zu wecken. „Denkmale sind keine Last, sondern ein Schatz“.

Diesen Schatz für das ganze Land hat Rottenburgs Bischof Gebhard Fürst längst als solchen erkannt und fördert seit bekannt werden der ersten historischen Funde im vergangenen Jahr die weiteren archäologischen Ausgrabungen in der Sülchenkirche. Das Jahr 2013 wurde daher ganz den Archäologen überlassen, die ihre Arbeit voraussichtlich im Winter 2013/2014 beenden werden. Erst dann wird das ursprüngliche Anliegen der Diözese, die Sanierung und Erweiterung der Bischofsgruft, fortgesetzt. Für diese Kooperation dankte Staatssekretär Rust der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausdrücklich: „Dies ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Daher spreche ich der Diözese meinen großen Dank aus, dass sie die Verantwortung für ihr kulturelles Erbe auf so vorbildhafte Weise wahrnimmt“, sagte Rust.

Für den Finanzstaatssekretär ist die Rottenburger Sülchenkirche nicht nur ein historisch äußerst interessantes Projekt, sondern es stehe beispielhaft für die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, so Rust. „Ich bin sehr gespannt, wie dies einmal aussehen wird“.

Derzeit wird in der Diözese an Konzepten gearbeitet, wie die historischen Funde dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert werden können. Als Leitgedanke dient dabei das Anliegen von Bischof Fürst, „museale und spirituelle Aspekte miteinander zu verbinden“.

Hinweis:
Die Öffentlichkeit kann sich am Tag des offenen Denkmals, am 8. September, über den aktuellen Stand der Grabungen informieren. Führungen durch die Sülchenkirche werden um 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 und 15.00 Uhr angeboten.

Manuela Pfann