Gedenken

Dankgottesdienst zu Ehren von Pater Philipp Jeningen

Im Rahmen einer Pontifikalvesper beteten Bischof Dr. Gebhard Fürst und Pfarrer Michael Windisch am Grab von P. Philipp Jeningen. DRS/Hariolf Fink

Als Dank für die Anerkennung eines Pater Philipp Jeningen zugeschriebenen Wunders durch Papst Franziskus feierte Bischof Fürst eine Pontifikalvesper.

Froh und dankbar - so wie viele Ellwangerinnen und Ellwanger, Menschen aus der Region und der ganzen Diözese - zeigte sich Bischof Fürst bei dem Dankgottesdienst in St. Vitus. Nun sei der Weg frei für die Seligsprechung des Guten Pater Philipp. Fürst erinnerte an die vielen Erzählungen über Gebetserhörungen, Hilfen und Heilungen auf Fürsprache Pater Philipps, in denen sich die anhaltende Verehrung des Guten Paters zeige.

In Anlehnung an den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom nannte Pfarrer Michael Windisch, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ellwangen, Pater Philipp einen "Garant der Hoffnung auf Erlösung", als der er in zahlreiche Gemeinden in der Region kam. Die Menschen hätten gespürt: "Hier kommt einer zu ihnen mit der frohen Botschaft von der Erlösung, die Gott durch Jesus Christus schenkt; hier verkündet einer das Evangelium um ihres Heiles willen." Pater Philipps erinnere „uns an unsere eigene Berufung durch Gott, selber an Wesen und Gestalt Jesu Christi teilzuhaben, selber dem Bild Christi gleichgestaltet zu werden“.
 

Ein Volksmissionar, der zu den Menschen ging

Als Volksmissionar war Pater Philipp Jeningen im 17. Jahrhundert in Ellwangen tätig. Der aus Eichstätt stammende Jesuit wirkte zunächst als Lehrer in Mindelheim und Dillingen, ehe er 1680 nach Ellwangen gesandt wurde. Als Beichtvater vor allem im Marien-Wallfahrtsort auf dem Schönenberg sowie in der Stiftskirche, der heutigen Basilika St. Vitus, sah er seine Aufgabe darin, „dem Nächsten Gott, Jesus und die Gottesmutter ins Herz einzuprägen“, ihn aus der Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit herauszuführen und ihm zu einem herzlichen, von Herzen kommenden Verhältnis zu Gott, Jesus Christus und der Gottesmutter zu verhelfen. Gerade die Beziehung zu Maria, ihre Nähe, die er insbesondere in der Anbetung erfuhr, prägten seine Spiritualität.

Aus dem Wallfahrtsseelsorger wurde immer mehr ein Volksmissionar, der zu den Menschen ging. In einer Zeit, die ähnliche Krisensymptome zeigte wie die heutige – Priestermangel und „Wüstenerfahrungen“ im Glauben – besuchte er zwischen 1680 und 1704 um die 1000 Orte, um die Gegenwart Gottes den Menschen ganz sichtbar vor Augen zu stellen. Es gab stille Anbetung, eine feurige Predigt über das Leiden Jesu und die Liebe Gottes, über Sünde und Vergebung, gefolgt von stundenlangem Beichthören, einer Katechese für Kinder und Hausbesuchen bei alten und kranken Menschen. Indem er an vielen Orten Kreuze aufrichtete, schuf er „Hinweisschilder“ auf Gott. Begegnung mit Gott bedeutete für ihn Begegnung mit Christus dem Gekreuzigten und Auferstandenen.