Das Bild der Diözese mitgestaltet

Als einen Priester, der der Kirche von Rottenburg-Stuttgart über ein halbes Jahrhundert lang treu gedient habe, hat Bischof Gebhard Fürst den Jubilar gewürdigt. Als junger Priester durch das Zweite Vatikanische Konzil geprägt, habe er als Domkapitular und Generalvikar in Ämtern von höchster Verantwortung den Aufbruch der Diözese in eine neue Etappe der Kirchengeschichte in maßgeblicher Weise begleitet und mitgestaltet. In besonderer Weise sei es ihm zu verdanken, dass die Rottenburger Diözese ihre internationalen Hilfen in den letzten Jahrzehnten in umfangreicher Weise ausgeweitet und ihnen Strukturen gegeben habe. „Prälat Mühlbacher hat die Solidarität der Christen unserer Diözese in die Welt hinausgetragen, er hat dadurch aber auch die Weite der Weltkirche in die Diözese hereingebracht“, sagte der Bischof. Dabei seien seine administratorischen Aufgaben und seine weltkirchliche Tätigkeit stets durch eine allseits geschätzte Fähigkeit zur persönlichen Begegnung und zum Dialog geprägt gewesen. „An dem Bild unserer Diözese sind bis heute die Pinselstriche von Eberhard Mühlbacher sichtbar“, betonte Bischof Fürst. Mit der ganzen Diözese sei er Mühlbacher weit über dessen aktive Dienstzeit hinaus in Dankbarkeit verbunden.

Eberhard Mühlbacher, am 24. Mai 1927 in Ludwigsburg geboren, schloss nach dem Krieg zunächst eine Mechanikerlehre ab, bevor er Theologie studierte und 1953 in Heilbronn zum Priester geweiht wurde. Nach Vikarsjahren in Ulm und Stuttgart wurde er 1957 Bischöflicher Sekretär in Rottenburg. Fast 32 Jahre gehörte er der Diözesanleitung an, zunächst als Ordinariatsrat, seit 1972 als Domkapitular und von 1981 bis 1993 als Generalvikar der Diözese. Nach seiner Emeritierung als Generalvikar war er noch fünf Jahre Bischofsvikar für Weltkirchliche Aufgaben. Heute lebt er im Ruhestand in Waldachtal im Kreis Freudenstadt.

Am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nahm Mühlbacher als Sekretär des damaligen Bischofs Carl Joseph Leiprecht und als Assignatore ("Platzanweiser") teil. Unter seiner Leitung baute das Referat Weltkirche seit dem Konzil ein dichtes Netz von partnerschaftlichen Beziehungen zu zahlreichen Ortskirchen in über hundert Ländern in Südosteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika auf. Als Domkapitular war Mühlbacher Gebietsreferent der Dekanate Oberndorf, Rottweil, Spaichingen und Tuttlingen.

Mühlbacher ist Ehrendomherr in zwei italienischen und in zwei kroatischen Stiftskapiteln, Päpstlicher Ehrenprälat (1975) und Apostolischer Protonotar (1986), Archimandrit ehrenhalber der griechisch-melkitischen Kirche in Israel (1997), Ehrendoktor einer philippinischen Hochschule (1997), Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Rottenburg und des Verdienstkreuzes des Malteserordens.