Das Haus einer lebendigen Gemeinde bauen

Im Jahr 1759 wurde die Barockkirche durch Jakob Emele gebaut, den Baumeister des nahe gelegenen Reichsstiftes Schussenried, der selbst aus Stafflangen stammte.

Die Pfarrkirche sei ein „steinerner Ort des Glaubens“, so Bischof Fürst, an der viele Menschen gebaut und ihre Talente und Kräfte eingebracht hätten. Es gehe aber stets auch darum, das Haus einer lebendigen Gemeinde zu bauen. Die Kirche müsse durch Menschen entstehen, die sich mit der „Bereitschaft, Zeit und Herzblut zu investieren“, hauptberuflich und ehrenamtlich engagierten. Dafür gebe es in den 250 Jahren seit dem Stafflanger Kirchenbau bis heute zahlreiche Beispiele, so der Bischof, und er nutzte den Anlass, den Menschen „ein kräftiges Wort des Dankes“ zu sagen, die sich mit Kraft, Leidenschaft und viel Zeit in das Gemeindeleben einbrächten.

Mit dem Bau eines Gotteshauses sei der Weg der Kirche nicht abgeschlossen, betonte Bischof Fürst. Es müsse sich um den Altar und das Kirchengebäude ein Ort entwickeln, an dem die dort Versammelten lebendige Zeugen des Glaubens seien. Die aus Stein gebaute Kirche weise über sich selbst hinaus auf Dimensionen des Lebens, die die Menschen nicht selbst machten, sondern als Geschenk erhielten.

Eine lebendige Kirche sei heute auch dort erkennbar, wo sie an der Seite der Verlierer stehe, betonte Bischof Gebhard Fürst mit Bezug auf den Bibeltext des Festgottesdienstes. „Gott belohnt mit seiner Gegenwart nicht das Perfekte, das Fehlerlose, das Untadelige“, sagte der Bischof. Es gehe aber für Christen nicht nur „um das Suchen und Retten“, sondern auch darum, zu empfangen, sich retten und heilen zu lassen. Denn auch Christen seien oft nicht die Fehlerlosen und Untadeligen. Wo Gott zu Gast sei, so Bischof Fürst, da verwandelten sich die Menschen und die Welt.